Momentan kämpfen die Beschäftigten der Metallindustrie für Arbeitszeitverkürzungen von besonders belasteten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Der Kampf zeigt: Gewerkschaften bleiben wichtig. Zur gleichen Schussfolgerung kommt auch eine aktuelle Studie des WSI zum Mindestlohn. Betriebsräte und aktive Mitarbeitervertretungen stellen sicher, dass Arbeitgeber nicht unter Mindestlohn bezahlen.

Der Mindestlohn hat zu deutlichen Lohnsteigerungen in Niedriglohn-Branchen geführt. Besonders ungelernte Arbeitskräfte und Beschäftigte im Gastgewerbe, Einzelhandel und der Fleischverarbeitung durch die von der SPD erkämpfte Regelung profitieren. Nach Jahren der Stagnation von Reallöhnen ist dies eine erfreuliche Nachricht. Doch der Mindestlohn bleibt ein Niedriglohn. Ein weiteres Lohnwachstum ist notwendig. Nur so bekommen auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer etwas vom Wachstum der Wirtschaft ab.

Das größte Problem für den Mindestlohn sind Branchen ohne Tarife und organisierte Vertretungen der Beschäftigten. In diesen Branchen wird noch zu oft unter 8,50€ pro Stunde bezahlt. Laut der WSI Studie betrifft das immer noch 2,7 Millionen arbeitstätige Menschen in Deutschland. Deshalb brauchen wir effektivere Mittel, um den Mindestlohn für alle sicherzustellen. Einerseits muss der Staat mit mehr Kontrollen und Ressourcen für die zuständigen Behörden aufrüsten. Anderseits bleiben Gewerkschaften wichtig um Errungenschaften für die Beschäftigten durchzusetzen.