Immer noch erhalten Frauen in Deutschland im Schnitt 21% weniger Lohn. Das bedeutet, dass Frauen, um das gleiche Jahresgehalt wie Männer zu bekommen, im Arbeitsjahr 77 Tage länger arbeiten müssen. Dieser Tag ist erst mit dem 18. März erreicht, dem „Equal Pay Day“ (http://www.equalpayday.de/). Für mich ist und bleibt es daher eine Frage der Gerechtigkeit sich für gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit einzusetzen. Mit unseren Frauenministerin, Manuela Schwesig, haben wir dabei eine starke Vorkämpferin für mehr Gleichstellung in der Arbeitswelt.

Die Lohnlücke von 21% in Deutschland, die in ähnlichen Dimensionen auch in anderen Ländern Europas festzustellen ist, hat vielschichtige Ursachen. Einer der Gründe ist, dass Frauen häufiger in niedrig entlohnten Branchen und Berufen arbeiten als Männer. Aber auch bei gleicher formaler Qualifikation und ansonsten gleichen Erfahrungs- und Bildungsmerkmalen beträgt der Entgeldunterschied immer noch sechs Prozent! Das weist auf eine versteckte Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt hin.

Über die unterschiedliche Berufswahl hinaus, gibt es verschiedene weitere Gründe für die unterschiedliche Bezahlung. So arbeiten Frauen häufiger im Bereich der sozialen Dienstleistungen, die generell schlechter entlohnt werden als etwa Tätigkeiten in der Industrie oder dem Handwerk. Außerdem zeigen Analysen, dass Frauen nach familienbedingten Auszeiten und/ oder in Teilzeitjobs oder Minijobs deutlich schlechter entlohnt werden und weniger Aufstiegschancen haben.

Eine zentrale, neben vielen weiteren, Maßnahme hat das BMFSFJ unter der Frauenministerin Manuela Schwesig Anfang diesen Jahres durchgesetzt (BMFSFJ: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-und-arbeitswelt/lohngerechtigkeit/80398): Das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen, das am 11. Januar 2017 beschlossen wurde. Damit wird darauf abgezielt die geschlechtsspezifische Lohnlücke Schritt für Schritt zu schließen. Dazu werden jedoch auch weitere Maßnahmen, z.B. zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Analyse der Entgeltungleichheit in Tarifverträgen, die Erhöhung des Mindestlohns, die Bekämpfung von Rollenstereotypen, die Förderung von Frauen in Führungspositionen und die Motivation durch Information von Mädchen und Jungen geschlechtsuntypische Berufe zu ergreifen.

Wir haben Fortschritte gemacht, aber es bleibt noch viel zu tun für die Gleichstellung in der Arbeitswelt.