Donnerstag, 16. Juli

Cafe 157Das Café 157 im Prenzlauer Berg war die letzte Station meiner diesjährigen Sommertour. Der Ursprung des Cafés 157 liegt in der Danziger Straße 157, daher auch der Name. Seit einigen Jahren befindet sich das Café unweit des ursprünglichen Standorts in der John-Schehr-Straße. Der Kieztreff bietet ein geschütztes, gewalt- und suchtfreies Umfeld. Somit ist die Einrichtung für alle Menschen geeignet, die ihre Freizeit ohne Alkohol, Drogen oder andere Suchtmittel verbringen möchten.

Es handelt sich beim Café 157 um eine Erstkontaktstelle mit persönlicher Fachberatung für Menschen, die Hilfe beim Umgang ihrer Sucht suchen. Die zahlreichen Selbsthilfegruppen stehen allen Interessierten offen. Ergänzt wird das vielfältige Angebot durch Turniere (Skat, Billard, Tischtennis), Sprach- und Malkurse sowie kulturelle Veranstaltungen. Ein großer Teil des Angebots im Café 157 wird durch Ehrenamtliche geleistet und viele BesucherInnen halten der Einrichtung seit Jahren die Treue. Das hängt in großem Maße mit der offenen, verständnisvollen und vorurteilsfreien Atmosphäre zusammen, welche für die Einrichtung kennzeichnend ist. www.stiftung-spi.de www.cafe157.eu


Dienstag, 14. Juli

Gangway1Am heutigen Dienstag führte mich meine Sommertour in den Mühlenkiez im Prenzlauer Berg. Zunächst besuchte ich das Pankower Team von Gangway e.V. in der Thomas-Mann-Straße. Von hier aus wird Straßensozialarbeit geleistet. Das Team von Gangway ist häufig der erste Ansprechpartner für Jugendliche und ihre Probleme. Wichtig ist, dass bewusst Partei für die Jugendlichen und deren Interessen ergriffen wird. Dies gilt für die Unterstützung im Kontakt mit Ämtern aber auch gegenüber der eigenen Familie, wenn dies notwendig ist.
Das Problem der Verdrängung betrifft auch viele Jugendliche, sowohl was die Verdrängung aus dem öffentlichen Raum angeht als auch die Verdrängung aus dem gewohnten Wohnumfeld. Aber auch die Probleme der Bolzplätze im Kiez, eigene Plätze für Jugendliche und die Legalisierung von weichen Drogen waren Themen, welche sich im interessanten und informativen Gespräch ergaben. www.gangway.berlin

SG PBerg3Direkt im Anschluss an den Termin bei Gangway ging es durch den Kiez zur SG Prenzlauer Berg 1990 e.V. Dieser kleine Sportverein ist ein wichtiger Ansprechpartner im Mühlenkiez. Hier wird nicht nur Fußball gespielt sondern auch von klein auf Demokratie gelebt, denn bei der SG Prenzlauer Berg dürfen sogar die Kleinsten bei Vereinsversammlungen mit abstimmen. So werden bereits die Kinder an demokratische Entscheidungen im eigenen Sportverein herangeführt. Besonders hat es mich gefreut, dass der Verein offen ist für die Flüchtlinge der nahegelegenen Unterkunft. Ich hoffe, dass sich in naher Zukunft eine Kooperation ergibt. Wie bei vielen Vereinen gibt es jedoch auch verschiedene Probleme, zum Beispiel die Verfügbarkeit von Trainingsplätzen und das Fehlen einer eigenen Vereinsgaststätte – eben ein kleiner, spannender und sympathischer Verein. www.sg-prenzlauerberg.de

 


Montag, 13. Juli

BASF2Die zweite Woche meiner Sommertour ist angebrochen. Als erstes ging es zu BASF Services Europe GmbH in Friedrichshain-Kreuzberg. Von hier werden die Konzernstandorte in den Bereichen Finanzen und Personal unterstützt. 1200 Mitarbeiter aus rund 50 Nationen arbeiten mittlerweile im Gebäude an der Warschauer Straße. Zwei Drittel der Beschäftigten sind Frauen, was sich auch in der Zusammensetzung der Führungsebenen widerspiegelt. Hier ist also „Frauenquote“ kein Thema. www.basf-services-europe.com

Talgo1Als zweiter Termin stand heute Talgo in der Revaler Straße auf dem Programm. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben weltweit Vorreiter für Instandhaltungs-Komplettlösungen im Eisenbahnsektor. Im Werk werden Schienenfahrzeuge instand gesetzt und 108 Industriearbeitsplätze für Friedrichshain-Kreuzberg geschaffen. Beide Besuche stellen aus meiner Sicht erneut unter Beweis: Berlin kann auch in Zukunft mit hochqualifiziertem Personal ein wichtiger Standort für Industriebetriebe sein. www.talgo.de

 


 

Freitag, 10. Juli

KommRumZum Abschluss der ersten Woche meiner Sommertour war ich heute in Friedrichshain unterwegs. In der Straßmannstraße befindet sich das Café KommRum, ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen. Im Café gibt es zahlreiche Beratungs- und Betreuungsangebote. Dies sind vor allem niedrigschwellige Angebote und es ist auch möglich die Hilfe anonym in Anspruch zu nehmen.

Im Gespräch mit dem Vorstand von KommRum e.V., den MitarbeiterInnen vor Ort sowie Gästen des Cafés habe ich gemeinsam mit Susanne Kitschun über meine Tätigkeit als Abgeordnete sowie über Herausforderungen und Schwierigkeiten von sozialen Einrichtungen gesprochen. So war uns allen klar, dass für die Finanzierung von sozialen Projekten und Einrichtungen die Einnahmen des Staates elementar sind. Denn nur mit ausreichenden Steuereinnahmen kann das gemeindenahe soziale Angebot erhalten werden. Es gilt: Soziale Gerechtigkeit und Steuergerechtigkeit gehören zusammen. www.kommrum.de


 

Mittwoch, 08. Juli

AWO-MBE-Eröffnung1Heute ging es zunächst nach Pankow, wo im Bürgeramt das Welcome Center Pankow des Berliner Landesverbands der Arbeiterwohlfahrt Berlin eröffnet wurde. In der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) werden Menschen über Themen wie z.B. Deutschkurse, Aufenthalt, Arbeit und Berufsausbildung beraten und unterstützt. Ich freue mich, dass ich und die SPD-Bundestagsfraktion mit zusätzlichen Haushaltsmitteln in Höhe von 8 Mio. Euro zu der Eröffnung des Welcome Centers Pankow beitragen konnten. In der aus diesen Mitteln finanzierten Einrichtung werden zwei Mitarbeiterinnen künftig Migrantinnen und Migranten unterstützen. Sie werden auch viel zu tun bekommen. Denn in den letzten Jahren stieg die Zahl der in den Bezirk zugezogenen Menschen aus z.B. Italien und Spanien um das Doppelte. www.awoberlin.de

Hauptstadtwinzer1Weiter ging es dann mit dem nächsten Besuch im Weinberg Kreuzberg. Ein Weinberg in Kreuzberg? Ja, der Bezirk hat eine sehr lange Weinbautradition. Seit 580 Jahren wird in unmittelbarer Nähe zum Viktoriapark Weinbau betrieben. Der Hauptstadtwinzer Daniel Mayer informierte mich über den Kreuzberger Wein. Rund 350 Reben der Sorten Riesling und Spätburgunder, die vom Bezirksamt zu besonderen Gelegenheiten serviert oder verschenkt werden, kann man sie bei ausreichendem Vorrat auch im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gegen eine Spende bekommen. www.hauptstadtwinzer.info


 

Dienstag, 07. Juli

Frau und Beruf3Heute standen vier Termine an: als erstes besuchte ich gemeinsam mit Björn Eggert, MdA, den Verein Frau und Beruf in der Glogauer Straße. Er bietet allen Frauen, die sich orientieren, verändern, weiterentwickeln wollen, die eine Aus- oder Weiterbildung planen oder die einen beruflichen Erst- oder Wiedereinstieg suchen, ein differenziertes Beratungs-, Kurs- und Trainingsprogramm. Seit 1985 ist der Verein an dem Programm zur “Fortbildung und beruflichen Wiedereingliederung von Frauen” der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen beteiligt. Letztes Jahr fanden über 550 Einzelberatungen statt. Über 300 interessierte Frauen konnten sich an 41 Veranstaltungen und 22 Erfolgsteams beteiligen. Die engagierten Mitarbeiterinnen wünschen sich eine öffentliche darüber, dass berufliche Übergänge als etwas völlig „Normales“ empfunden werden. www.frauundberuf-berlin.de

Kunstquartier Bethanien2Die zweite Station dieses langen und heißen Tages war das Kunstquartier Bethanien. Bei dem Rundgang durch das Archiv, Ateliers, Ausstellungen und Musikräume konnte ich mich bei den Künstlern über ihre Arbeit informieren. Die vielen Räume werden von ganz unterschiedlichen Projekten genutzt. So sind freischaffende Künstler darunter, aber auch feste Institutionen für eine breite Bevölkerung, wie die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg und das Freiluftkino. Darüber hinaus finden sich noch Zusammenschlüsse und Projekte ganz unterschiedlicher Kunst- und Kulturrichtungen. www.kunstquartier-bethanien.de

DSC06750Bei meinem dritten Besuch bei Posteo hat mich der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann begleitet. Posteo ist ein tolles und vorbildliches Start-Up, das anonyme E-Mail-Dienste anbietet. Gesprochen haben wir über die Bedingungen von Gründern in Deutschland, Datensicherheit und Netzneutralität. Genügend Zeit für kritische Fragen zur SPD-Netzpolitik blieb auch. Ich freue mich, dass ich hier in meiner kritischen Haltung zur ‪Vorratsdatenspeicherung‬ bestätigt wurde. www.posteo.de

KiezrundeZum Ausklang des Tages habe ich noch zu meiner Kiezrunde ins Bariton eingeladen. Für Gespräche in lockerer Stimmung standen John Dahl für die SPD-Fraktion in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg und Udo Glaw vom Ambulatorium-Theater auf dem RAW-Areal zur Verfügung. Um die Nutzung des Geländes an der Warschauer Straße gibt es noch immer viel Diskussionsbedarf. Zwischen Wohnungsbau, kultureller Nutzung und den Interessen der Anwohner ist ein Kompromiss nicht leicht. Das wurde auch vielen im Gespräch mit beiden Gästen deutlich.


 

Montag, 06. Juli

IMG_1825Der Startschuss für meine diesjährige Sommertour bildete CUCULA, einem Unternehmen von und für Flüchtlinge. Als Modellprojekt möchte CUCULA Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen bieten, für die sonst alle Türen geschlossen bleiben. In der Werkstatt von CUCULA bauen fünf afrikanische Menschen Möbel des italienischen Designers Enzo Mari nach, der 1974 19 Möbelentwürfe zum selber machen veröffentlichte und damit einen Meilenstein der Designgeschichte schuf. Sie bringen bei der Produktion nicht nur ihre Ideen ein, sondern auch Wrackteile von Booten, mit denen Flüchtlinge Lampedusa erreichen konnten. Die Produktion musste nach einem Brand in der Werkstatt unterbrochen und soll in Kürze wieder aufgenommen werden. Die finanziellen Mittel für das Projekt wurden im Rahmen einer Crowd-Funding-Kampagne aufgetrieben. Innerhalb kurzer Zeit wurden über 600 Produkte verkauft. Damit es weiter geht, muss nicht nur die ausgebrannte Werkstatt repariert, sondern müssen auch die vor Monaten gestellten Anträge auf Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis positiv beschieden werden. www.cucula.org