Nach einer Forsa-Umfrage lesen 39 Prozent der Bevölkerung in Deutschland bis zu fünf Bücher pro Jahr, 19 Prozent sechs bis zehn. Dagegen beträgt der Anteil der Menschen, die gar keine Bücher lesen, 14 Prozent. Auch wenn Deutschland mit diesen Werten im internationalen Vergleich durchschnittlich abschneidet, sollten sie nicht darüber hinweg täuschen, dass sich in unserem Land nicht jede*r das Lesen leisten kann.

Ein Blick in den Standtort des Berliner Büchertisches am Mehringdamm in Kreuzberg

Ein Blick in den Standtort des Berliner Büchertisches am Mehringdamm in Kreuzberg

Der Berliner Büchertisch e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Anteil von „Leseratten“ zu erhöhen. Er möchte dazu beitragen, dass die Nutzung von Büchern für alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten unabhängig von der Einkommenssituation zur Selbstverständlichkeit wird. Zu diesem Zweck unterstützt er als eingetragener gemeinnütziger Verein mit Sitz in Kreuzberg den Aufbau von Schulbibliotheken, gibt Buchspenden von Privatpersonen und Verlagen an Kitas, Gefängnisbibliotheken und zahlreiche andere Einrichtungen weiter.

Der Büchertisch unterhält drei Buchläden in meinem Wahlkreis. Bei einem Besuch im Laden am Mehringdamm konnte ich mich auch über die Leseförderprojekte informieren, mit denen Kindern der Zugang zu Lesematerialien erleichtert wird. So schickt z.B. der „Berliner Lesetroll“ mehr als 50 Bücherkoffer jährlich in Schulklassen auf Lesereise. Das letztes Jahr gestartete Leseförderungsprojekt „Berliner Büchertaube“ ist ein Lese-Stipendium für Grundschüler*innen. Schülerinnen und Schüler in sozialen Brennpunkten erhalten ein Jahr lang monatlich ein Buch per Post.

Der Berliner Büchertisch startete 2003 als Privatinitiative gegründet. Zehn Jahr später entstand daraus eine Genossenschaft, die aktuell rund 30 Mitarbeiter*innen beschäftigt. Wenn auch Sie diese sinnvolle Einrichtung unterstützen möchten, können Sie dies mit Bücherspenden oder der Kauf von Büchern in einem ihrer Läden bzw. im Online-Shop tun.

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