Seit dem 1. Januar dieses Jahres ist der Mindestlohn in Höhe von 8,50€ in Kraft. Im Vorlauf der Implementierung sind seitens konservativer Wirtschaftswissenschaftler Horrorszenarien für die Zeit mit dem Mindestlohn kreiert worden. Hans-Werner Sinn, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts IfO, prognostizierte die Vernichtung von über einer Millionen Arbeitsplätzen in der Bundesrepublik.

Etwaige Folgen des Mindestlohns sind laut der kürzlich vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichten „IAB-Prognose 2015“ nicht absehbar. Im Gegenteil werde die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik nach Jahren der Stagnation im laufenden Jahr wieder um voraussichtlich 110.000 auf 2,79 Millionen Menschen abnehmen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird laut der Studie sogar in einem noch höheren Maße ansteigen, als der prognostizierte Rückgang der Arbeitslosenzahlen: im Jahr 2015 wird ein Anstieg um 350.000 Erwerbstätige auf 43 Millionen Beschäftigte erwartet. Dies ist vor allem auf das steigende Erwerbspotenzial, die Zuwanderung sowie die Vergabe von immer mehr Teilzeit-Jobs und der damit verbundenen größeren Verteilung der Arbeit auf mehrere Köpfe zurückzuführen.

Welche Auswirkungen der Mindestlohn mittelfristig habe und was in den nächsten Jahren passiere sei laut der Veröffentlichung noch offen. „Erhebliche gesamtwirtschaftliche Auswirkungen werden in kurzer Frist“ laut dem Bericht der IAB jedoch nicht prognostiziert. Selbst in Wirtschaftsbereichen, die vom Mindestlohn besonders betroffen seien, würden die Beschäftigungszahlen weiterhin ausgebaut.

Durch die in der Studie getätigten Prognosen zeigt sich einmal mehr, dass die Dämonisierung vor der Einführung des Mindestlohnes und auch heute noch haltlos und unbegründet ist.

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