Seit der Mindestlohn zum 01.01.2015 eingeführt wurde mehren sich die Zeichen, dass die Kritiker mit ihren Prognosen falsch lagen. Statt des Horrorszenarios mit steigender Arbeitslosigkeit und Jobabbau treten die gewünschten Wirkungen für viele Beschäftigte ein. Das haben verschiedene Erhebungen im letzten Jahr bereits gezeigt.

Vom Mindestlohn profitieren vor allem Frauen und Beschäftigte in Betrieben, die nicht tarifgebunden sind.

Vom Mindestlohn profitieren vor allem Frauen und Beschäftigte in Betrieben, die nicht tarifgebunden sind.

Am 05. April 2016 hat das Statistische Bundesamt erstmals Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung mitgeteilt. Die Statistiker haben 4 Millionen Menschen gezählt, die vom Mindestlohn in Deutschland profitieren; das sind mehr als 10% aller Beschäftigungsverhältnisse. Durchschnittlich stiegen die Löhne für die Betroffenen um 18%.

Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass der Mindestlohn dort wirkt, wo er am dringendsten gebraucht wird und damit zu mehr Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt führt. So arbeiten 80% der der vom Mindestlohn profitierenden Beschäftigten in nicht-tarifgebundenen Unternehmen, bei denen der Einfluss der Gewerkschaften geringer ist. 2/3 der Beschäftigten sind außerdem Frauen, sodass der Mindestlohn einen Teil zur Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern beiträgt. Auch die Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland gerade im Niedriglohnbereich wird durch den Mindestlohn verringert. Während im Osten 22% aller Beschäftigungsverhältnisse profitieren, sind es im Westen 9%.

Im Ergebnis werden so schätzungsweise 431 Millionen € mehr Bruttolohn gezahlt. So steigen zum einen die Einnahmen für die Sozialversicherungssysteme, aber auch für den Staatshaushalt. Außerdem gibt es 50.000 Menschen weniger, die wegen zu geringer Löhne ergänzend Arbeitslosengeld II beziehen.

Im vierten Quartal 2015 stieg die Erwerbstätigkeit auf 43,4 Mio. Menschen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg von 1%. Es sind also mitnichten Jobs verloren gegangen, sondern während des ersten Jahrs mit Mindestlohn 412.000 Jobs geschaffen worden.

Damit zeigt sich wieder einmal, wie dringend notwendig der Mindestlohn war und wie er die Beschäftigungsverhältnisse von vielen Menschen verbessert hat.

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