Eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt, dass die Arbeitslosenzahlen in den Industriestaaten in den letzten Jahren merklich zurückgegangen sind, aber die Einkommensungleichheit dabei immer größer wird. Angesichts dieser Entwicklungen müssen wir uns mehr für einen inklusiven Arbeitsmarkt und die Stärkung der Tarifpartnerschaft einsetzen, damit sich die Spaltung der Gesellschaft nicht verfestigt.

Die Studie der OECD zeigt, dass sich ein knappes Jahrzehnt nach der Finanz- und Wirtschaftskrise die Arbeitsmärkte in den Industriestaaten erholt haben. Die Erwerbstätigenquote ist drei Jahre in Folge gestiegen und liegt – nach OECD-Angaben – wieder über dem Niveau des IV. Quartals 2007. Aber in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal sind immer noch viel zu viele Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.

Vor allem zeigt die OECD-Studie die wachsende Polarisierung der Arbeitsmärkte. Denn nicht alle profitieren von dem leichten Aufschwung an den Arbeitsmärkten: Die Einkommen der Arbeitnehmer, die geringe und mittlere Löhne erhalten, stagnieren und die Nachfrage nach Arbeitskräften die eine mittlere Qualifikation sinkt. Die Studie zeigt, dass in allen 35 OECD-Ländern Beschäftigte mit einem mittleren Qualifikationsniveau zu den Verlierern am Arbeitsmarkt gehören. Das gilt auch für den deutschen Arbeitsmarkt. Hier bei uns findet ein Teil der Beschäftigten die in der Industrie ihren Job verloren haben eine neue Beschäftigung in der Dienstleistungsbranche. Dort sind die Gehälter jedoch deutlich niedriger.

Wir müssen uns zum einen für eine Höherqualifizierung und bessere Weiterbildungsmöglichkeiten einsetzen und die Gewerkschaften stärken. Dazu gehören für mich der Flächentarifvertrag und die Erhöhung des Mindestlohns. Die Stärkung der Gewerkschaften in der Dienstleistungsbranche ist ein zentraler Ansatzpunkt. Wir müssen die Chancen der Globalisierung so gestalten, dass es allen Beschäftigten hilft und nicht zu einer weiteren Polarisierung kommt.

Hier alle weiteren Informationen zur Studie der OECD:
http://www.oecd.org/berlin/presse/arbeitsmaerkte-im-oecd-raum-erholen-sich-aufschwung-bleibt-aber-unausgewogen-13062017.htm

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