Zum internationalen Aktionstag gegen Rassismus am 16.03.2019 haben weltweit in über 60 Städten Proteste gegen Rassismus und Faschismus stattgefunden. Bündnisse und Initiativen sind beispielsweise in Amsterdam, Athen, Barcelona, Glasgow, Prag, Wien und Berlin zusammen gekommen, um ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzen. Unter den vielen Teilnehmenden war auch die SPD Berlin sichtbar präsent! Ich durfte bei der Abschlusskundgebung sprechen. Hier meine Rede:

„Einige hier werden diese Frage nur zu gut kennen: „Woher kommst Du?“. Und damit ist zumeist nicht gemeint, „Wo warst Du gerade eben noch?“ oder „In welchem Bezirk wohnst Du?“. Manchmal erhält die Frage noch den Zusatz: Woher kommst Du ursprünglich oder eigentlich? Und spätestens dann ist klar, worauf die Frage abzielt. Meist wird sie Personen gestellt, die eine „andere“ Haut- oder Haarfarbe haben oder deren Name nicht so einfach über die Lippen geht wie Müller oder Maier. Ich bin froh, dass es über diese Frage endlich eine Debatte gibt. Wir sollten diese Debatte weiterführen. Damit endlich allen klar ist, dass diese Frage etwas mit Rassismus zu tun hat, sage ich: Ich bin #vonhier!

Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextreme sogar in den Parlamenten sitzen und ihre Sprache und Ansichten in der Mitte der Gesellschaft ankommen, müssen wir uns jedem Rassismus entschlossen entgegenstellen! Es bereitet mir große Sorge, wenn ich sehe, dass rassistische, islamophobe und antisemitische Übergriffe in der jüngsten Vergangenheit – auch hier in Berlin – zugenommen haben. Da sollten auch bei denjenigen, die behaupten, es wäre „verkrampft“, Diskriminierungen als solche zu benennen, die Alarmglocken klingeln. Denn wie wir an den gestiegenen Zahlen rassistischer und antisemitischer Übergriffe sehen, bleibt es oft nicht bei Worten, wenn es um Diskriminierung geht. Deshalb ist es umso wichtiger, bereits Rassismus in Form von Worten entschlossen den Kampf anzusagen.

Ich will nicht in einer Gesellschaft leben, in der Menschenverachtung und Hass regieren. Ich will keine Gesellschaft, in der die Frage „Woher kommst Du?“ die Menschen spaltet. Ich will eine Gesellschaft, in der wir uns gemeinsam fragen: „Wohin wollen wir?“. Ich will in einer Gesellschaft leben, in der alle Menschen solidarisch miteinander leben. In der Menschen, egal welcher Herkunft oder welchen Aussehens die gleichen Chancen haben. Ich will eine Gesellschaft, in der das Miteinander, nicht das Gegeneinander gewinnt.

Deshalb bin ich heute hier. Um mit euch allen zusammen aufzustehen gegen Rassismus! Wir sind nicht allein und gemeinsam setzen wir heute ein Zeichen für Vielfalt, für Toleranz und Chancengerechtigkeit und gegen jeden Rassismus!“

 

 

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