Homosexualität im Fußball stellt nach wie vor ein Tabu dar. Diese Einschätzung vertraten am Mittwoch vor dem Sportausschuss sowohl Jörg Litwinschuh von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) als auch Professor Martin Schweer von der Universität Vechta, der das von der BMH initiierte Projekt „Fußball für Vielfalt – Fußball gegen Homophobie und gegen Sexismus“ wissenschaftlich begleitet.

Unser Ziel muss es sein, das Tabu aufzubrechen! Wir müssen Vereine und Verbände für das Thema sensibilisieren. Sportler sollten ganz selbstverständlich zu ihrer sexuellen Orientierung stehen können!

Dem Sport, als Vermittler von Werten und Normen, kommt eine hohe soziale Verantwortung zu. Das gilt insbesondere für den Fußball, da es der beliebteste Sport in unserem Land ist. Eine Sensibilisierung für das Thema muss gerade bei der Ausbildung von NachwuchstrainerInnen und NachwuchsbetreuerInnen erfolgen. So könnten Nachwuchssportler schon in jungen Jahren vorurteilsfrei gemacht werden.

Hoffnung gibt, dass laut Sven Kistner vom Queer Football Club (QFF), einem Netzwerk schwul-lesbischer Fanclubs in Europa, die Fanszene in den letzten Jahren sensibilisierter beim Thema Homophobie und Sexismus im Fußball geworden sei. Kistner verwies auf eine Begebenheit bei einem Bundesligaspiel von RB Leipzig. Nachdem Auswärtsfans eines anderen Bundesligisten den schwul-lesbischen Fanblock der Leipziger massiv homophob beleidigt hätten, habe es im folgenden Heimspiel eine sehr starke Solidarisierung der anderen Fans mit dem Fanclub Rainbow-Bulls gegeben.

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