Bahnhofsmissionen helfen Menschen in Not und bieten ihnen seit über 100 Jahren die Möglichkeit, sich aufzuwärmen, etwas zu essen und soziale Kontakte zu pflegen. Die Bahnhofsmission am Ostbahnhof ist die älteste Deutschlands und feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen.

Sie ist auch das erste sozial-ökumenische Projekt dieser Art in Deutschland gewesen. 1894 schlossen sich Frauen beider christlichen Konfessionen gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde zusammen, um Frauen, die am damaligen Schlesischen Bahnhof ankamen, zu unterstützen. Sie suchten gemeinsam nach Unterbringungsmöglichkeiten für Frauen, die in der damaligen Zeit oft Opfer von sexueller und sozialer Ausbeutung waren. Das Konzept der Bahnhofsmission verbreitete sich schnell und führte zu über 100 ähnlichen Projekten in Deutschland. In der ehemaligen DDR war sie die einzige Bahnhofsmission des Landes und hielt jahrzehntelang den Repressionen des Regimes stand. Bahnhofsmissionen sind immer auch ein Indikator für die derzeitigen Probleme in unserer Gesellschaft, da sie meistens an der Front der sozialen Konflikte arbeiten und helfen.

Am Freitag, den 23. August besuchte ich gemeinsam mit Sven Heinemann die Bahnhofsmission. Heutzutage unterstützt sie viele Obdachlose. Ebenso Menschen, die trotz florierender Wirtschaft von sozialer Ausgrenzung betroffen sind. Es suchen mittlerweile auch zahlreiche junge Menschen, die nach Berlin ziehen – aber durch die hohen Mietpreise keine Wohnungen finden – Hilfe und Beistand. Ich finde, Bahnhofsmissionen sind eine wichtige Säule in unserer Gesellschaft, die Anerkennung und Wertschätzung verdienen. Auch angesichts des kommenden Winters hier ein kleiner Aufruf zu Sachspenden. Wer Schlafsäcke oder Socken spenden möchte, kann gerne direkt Kontakt aufnehmen.

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