Die Probleme im Quartier am Mehringplatz sind vielfältig. Am 15.10.2020 habe ich mich mit der Initiative „Mehringplatz West – Es reicht!“ sowie Anwohner*innen am Mehringplatz in Kreuzberg getroffen, um mir selbst ein Bild von den Mietwohnungen und dem umliegenden Gelände zu machen. Die Anwohner*innen haben unter anderem mit Verschmutzung und Verwahrlosung der Gemeinschaftsplätze sowie Prostitution und Drogenhandel in ihrer unmittelbaren Umgebung zu kämpfen.

Aufgrund der mangelhaften Instandsetzung und steigender Mieten sind Geschäfte des täglichen Lebens in den letzten Jahren weggezogen. Für Anwohner*innen, insbesondere Senior*innen, bedeutet das längere Wege für Alltagsbesorgungen, die sie ohne Hilfe allein bewältigen müssen.

Zudem machen Wasserschäden viele Wohnungen unbewohnbar und führen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für die Mieter*innen. Auf Anfragen reagiert die zuständige Hausverwaltung schleppend. Reparaturen erfolgen meist nur provisorisch, sodass Wasserschäden immer wieder auftauchen. Gleichzeitig werden Kosten auf die Mieter*innen umgelegt.

Es zeigt sich auch wieder einmal, dass mehr Transparenz nötig ist, damit sich Eigentümer*innen nicht aus ihrer sozialen Verantwortung gegenüber Mieter*innen stehlen können. Denn oft sind die Eigentümer*innen nicht einmal bekannt. Es braucht besseren Schutz für Mieter*innen. Die Beteiligung einer Mieter*innengewerkschaft und ein Miet-Streikrecht können wirksameren Schutz für organisierte Mieter*innen bieten. Wir brauchen daher dringend den notwendigen rechtlichen Rahmen, damit Mieter*innen auf Augenhöhe mit Eigentümer*innen verhandeln können.

Weitere Informationen zur Initiative finden Sie hier.

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