Im Rahmen des Internationalen Frauentages hatte ich am vergangenen Donnerstag die Gelegenheit am Frauenfrühstück des Integrationskurses, der wochentags in den Räumen des SPD-Kreisbüros in der Wilhelmstraße stattfindet, teilzunehmen. Dabei kam mir die Ehre zu, den Absolventinnen zum Abschluss des Kurses Rosen und Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme zu überreichen.

Der Verein Elisi Evi – Beratung und Bildung für Migrantinnen in Berlin Kreuzberg, 1983 von Lehrerinnen und Sozialpädagoginnen in Kreuzberg gegründet, unterstützt hier Frauen und Mädchen bei der Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten sowie bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Den Kern der Integrationsmaßnahmen bilden dabei die Integrationskurse, bestehend aus einem Sprachkurs zur Vermittlung ausreichender Sprachkenntnisse sowie einen Orientierungskurs zur Vermittlung von Wissen zur Rechtsordnung, Geschichte und Kultur in Deutschland. Eine tolle Arbeit, die der Verein Elisi Evi hier leistet!

Im Gespräch mit Ayse Köse, Projektleiterin des Integrationskurses, konnte ich erfahren, dass verschiedene politische Maßnahmen zur Unterstützung dieser wichtigen Arbeit dringend notwendig sind: Ein großes Manko ist die seit 2014 abgeschaffte Finanzierung der Kinderbetreuung für Teilnehmerinnen, das BAMF finanziert trotz Bedarf die Betreuung nicht mehr. „Die Betreuung während der Zeit des Kurses ist eine wichtige Unterstützung für die Frauen, um in Ruhe lernen zu können. Wer seine Kinder nicht in sicherer Umgebung weiß, kann sich nicht ausreichend konzentrieren“, bekräftigt Ayse Köse.

Eine weitere Forderung des Vereins ist eine größere Unterstützung der Alphabetisierungskurse, d.h. zusätzliche Kursstunden für die Teilnehmerinnen und eine gerechtere, auf die Zielgruppe zugeschnittene Prüfung. „Bisher müssen die Frauen aus Alpha-Kursen die gleichen Prüfungen machen, wie die Teilnehmerinnen aus normalen Kursen, die bereits lesen und schreiben können – die Voraussetzungen sind aber ganz andere. Es gibt Frauen, die nie lesen und schreiben gelernt haben, die, die nur kurz eine Schule besucht haben, aber auch die, die sehr wohl schreiben können, nur mit einem anderen Schriftsystem. Diese Frauen müssen zwar eine neue Schrift lernen, das Konzept von Lesen und Schreiben ist ihnen dennoch vertraut“, konkretisiert Ayse Köse.

Ein interessanter Vormittag, bei dem auch ich dazu gelernt habe.

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