Aktuell warten knapp 10.000 Patient*innen auf ein lebensrettendes Organ. 2019 gab es jedoch nur 932 Organspender*innen. Es liegt auf der Hand, dass das nicht genügt. Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist hoch, tatsächliche Spender*innen sind hingegen rar. Deshalb habe ich heute für die doppelte Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz gestimmt.

Die doppelte Widerspruchslösung könnte einen deutlichen Zuwachs an potentiellen Organspender*innen bewirken und so Menschenleben retten. 84% der Befragten einer repräsentativen Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung lehnen eine Organspende grundsätzlich nicht ab. Nichtsdestotrotz gab die Hälfte derer an, noch keine endgültige Entscheidung getroffen zu haben.

Die doppelte Widerspruchslösung wirkt dem Nicht-Entscheiden entgegen. Sie sieht vor, dass jeder Mensch zunächst Organspender*in ist, solang dies nicht aktiv abgelehnt wird. Es ist jeder*jedem ohne weiteres möglich, die Organspende begründungsfrei abzulehnen Und so bleibt die Entscheidung selbstverständlich jeder Person selbst überlassen. Von einem „Organspendezwang“ kann nicht gesprochen werden.

Mir ist bewusst, dass die Umsetzung des Gesetzes das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen berührt, wie es viele andere Gesetze auch tun. Zu betonen ist, dass die Widerspruchslösung die Bürger*innen keinesfalls zu einer Organspende zwingt. Sie sorgt lediglich für einen Anstoß, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Es wird nicht zugelassen, dass Menschen vor diesem Thema die Augen verschließen. Ich finde diesen Eingriff zumutbar, da es um das Leben unserer Mitmenschen geht. Jede*r von uns kann unerwartet in eine Situation geraten, in welcher sie*er auf die Solidarität anderer Menschen angewiesen ist. Ich setze mich deshalb weiterhin dafür ein, dass die hohe Spendenbereitschaft auch tatsächlich zu Organspenden führt.

 

Alle Informationen zur Organ- und Gewebespende findet Ihr unter: https://www.organspende-info.de/

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