Maskenpflicht, Lockdown, Hilfsprogramme – wie geht es weiter?

Lockdown und Maskenpflicht in Innenräumen waren in den vergangenen zweieinhalb Jahre für die Clubkultur nicht einfach zu bewältigen.  Allerdings haben die verschiedenen Hilfsprogramme auf Landes- und Bundesebene dafür gesorgt, dass ein großes Clubsterben ausgeblieben ist. Der gerade vergangene Sommer ließ sogar fast vergessen, dass es kurz zuvor noch strenge Infektionsschutzregelungen gegeben hatte.

Jetzt steht aber wieder ein schwieriger Herbst für die Club- und Livekultureinrichtungen bevor. Die Betreiber*innen sorgen sich vor erneuten Schließungen, falls die Inzidenzen wieder steigen sollten. Diese könnten das Ende zahlreicher Clubs bedeuten, so die Befürchtung. Nicht nur die ausfallenden Einnahmen würden die Existenz bedrohen, schon jetzt fehlt es an Mitarbeiter*innen im Service, im technischen Bereich und unter den Bookern. Viele haben sich während der Pandemie neu orientiert und sind nach der Wiedereröffnung nicht an ihren alten Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Gerade erst wurden die neuen Coronaregeln, die erst einmal von Oktober bis Anfang April gelten sollen, vorgestellt. Es obliegt zunächst den Ländern, bei steigenden Infektionszahlen Maßnahmen wie Maskenpflicht in Innenräumen und Schließungen zu ergreifen. Was eine Maskenpflicht im Club oder Konzert bedeutet, kann man sich vorstellen: Viele Interessierte bleiben dann lieber zu Hause. Die Branche fordert deshalb eine massive Aufstockung der PCR-Testkapazitäten, auch um den Schließungen vorzubeugen. Eine solche PCR-Teststrategie hat bereits in den vergangenen Coronajahren in Wien dafür gesorgt, dass Schließungen und Infektionsherde nahezu ausgeschlossenen werden konnten und auch Hilfsprogramme gar nicht notwendig wurden.

So lange aber diese PCR-Teststrategien nicht vorliegen, brauchen wir andere Hilfsmittel zur Unterstützung der Branche. So setzen wir uns als fraktionsübergreifendes Parlamentarisches Forum Livekultur dafür ein, dass die in 2022 nicht verausgabten Gelder aus dem Programm Neustart Kultur auch im Haushaltjahr 2023 zur Verfügung stehen. Das Programm sollte zudem über den 30.06.2023, das Kurzarbeitergeld über den 30.12.2022 hinaus verlängert werden. Ebenso müssen die Clubs und Livespielstätten in den geplanten Wirtschaftshilfen im Rahmen des Entlastungspakets III mitgedacht werden.

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