Am 22.04.2021 wurde vor Gericht über die Zukunft von Kisch & Co verhandelt. Leider konnte ich nicht vor Ort dabei sein, da wir im parallel tagenden Wirecard Untersuchungsausschuss anderen kriminellen Machenschaften auf den Grund gingen. Gegen Mittag erreichte mich dann die traurige Nachricht: Dem Räumungsantrag des Eigentümers wurde stattgegeben. Kisch & Co muss geräumt werden. Innerhalb eines Monats kann gegen diese Entscheidung noch Berufung eingelegt werden.

Trotz der traurigen Nachricht bin ich sehr beeindruckt und stolz, dass immer wieder so viele Anwohner*innen aus Kreuzberg und Unterstützer*innen aus ganz Berlin für Kisch & Co auf die Straße gehen. Dass den Berliner*innen nicht egal ist, wie es mit Kisch & Co weiter geht, haben auch mehr als 20.000 Menschen mit ihrer Unterschrift gezeigt. Mit Mut und Kreativität haben wir ordentlich Lärm gemacht. Das alles war ganz sicher nicht umsonst und andere Eigentümer*innen können sehen, dass sich Berliner*innen nicht einfach verdrängen lassen.

Aus reiner Profitgier werden Häuser zwischen milliardenschweren Eigentümer*innen hin und her geschoben und in anonymen Fonds gesammelt. Und deshalb soll der kleine Laden um die Ecke nach Jahrzehnten dicht machen? Deshalb sollen die Kieze ihre lebendige Mischung verlieren? Während Milliardär*innen immer reicher werden, während kleine Betriebe, soziale Einrichtungen und Kulturschaffende ihre Existenz verlieren?

Das ist ungerecht und das müssen wir verhindern! Wo politische Mehrheiten bislang fehlen, müssen wir umso lauter werden! Wir können nicht darauf warten, dass Eigentümer*innen freiwillig soziale Verantwortung übernehmen. Wir brauchen mehr Schutz für kleine Gewerbe durch klare gesetzliche Regelungen. Nur so können wir unsere Kieze so lebenswert und lebendig halten.

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