Der im September erschienene Rentenreport des DGB für Berlin und Brandenburg zeigt, dass trotz des Rentenpakets der Bundesregierung, das 2014 verabschiedet wurde, Altersarmut ein sehr ernstes Problem bleibt. Es ist weiterhin viel zu tun ist, um allen Menschen ein würdiges Leben im Alter zu sichern – sowohl im Bereich der Rente als auch auf dem Arbeitsmarkt.

Der Bericht verdeutlicht die Bedeutung der gesetzlichen Rentenversicherung: In den alten Bundesländern stammen 12% aller Einkommen von Ehepaaren über 65 Jahren aus privatem Vermögen (Stand 2014). In den neuen Bundesländern sind es sogar nur 3%. Dabei sind immer mehr Menschen durch schlecht bezahlte Arbeit oder unterbrochene Arbeitslebensläufe im Alter schlechter gestellt. Den typischen „Eckrentner“, der eine Vollzeitstelle mit einem Durchschnittsentgelt von knapp 3000€ und 45 Beitragsjahre vorweisen kann, wird es immer seltener geben.

Altersarmut ist ein Problem, das äußerst ernst genommen werden muss: In West-Berlin bekommen 33% der Rentner und 43% der Rentnerinnen weniger als 750€ Rente. Im Ostteil sind es 16% der Männer und 26% der Frauen. Hier wird besonders deutlich, dass Frauen von Armut im Alter besonders betroffen sind. Auch ErwerbsminderungsrentnerInnen fallen zu einem hohen Anteil in Altersarmut.

Grundsicherungsquote BBBezüglich der Grundsicherung im Alter zeigt sich in Berlin ein trauriges Bild: Der Anteil der Menschen über 65 Jahre, die die Grundsicherung in Anspruch nehmen, stieg im gesamten Bundesgebiet seit 2006 um mehr als ein Drittel. Dabei ist die Anzahl der Rentner und Rentnerinnen, die in Berlin auf die Grundsicherung angewiesen sind, doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Waren es 2011 noch 4,5% der Rentnerinnen und Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen waren, waren es 2013 bereits 5,8%.

Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass das Rentenpaket an vielen wichtigen Stellen ansetzt: Die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren nach 45 Beitragsjahren zeigt die Wertschätzung für die Lebensleistung; durch die Mütterrente werden Eltern gestärkt und der Aufwand für Kindererziehung anerkannt; die Erwerbsminderungsrente wurde deutlich verbessert und das Budget für Rehabilitation zur medizinischen und beruflichen Wiedereingliederung von Versicherten erhöht.

Trotzdem ist offensichtlich, dass es weiter viel zu tun gibt: Ich setze mich unter anderem weiter für flexible und sichere Übergange aus dem Berufsleben in die Rente und verbesserten Arbeitsschutz ein. Die betriebliche Altersversorgung als Ergänzung zur gesetzlichen Rente muss weiter ausgebaut werden. Aktuell arbeitet das Bundesministerium für Arbeit an einer Novelle, die es einfacher machen soll, Ansprüche von Arbeitgeber zu Arbeitgeber zu übertragen.

Vor allem aber ist ein Punkt, den auch der DGB hervorhebt, besonders wichtig: Um Armut im Alter zu vermeiden, muss Erwerbsarmut bekämpft werden. Mit der Einführung des Mindestlohns ist uns da ein entscheidender Schritt gelungen. Aber auch hier gilt: Wir müssen uns weiter dafür einsetzen, dass die Beschlüsse zum Mindestlohn konsequent umgesetzt werden und dass endlich überall gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird.

Den vollständigen Bericht gibt es hier.

Am 18. November beschäftigt sich die ASF der SPD Berlin auf ihrer Landesfrauenkonferenz auch mit diesem Thema und insbesondere mit der Altersarmut von Frauen. Die Terminübersicht gibt es hier.

 

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