Am Mittwoch, 23. April 2014 diskutierten auf der Veranstaltung des Berliner Wassertischs Anne Le Strat (ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin von Paris und Präsidentin der Pariser Wasserbetriebe), Daniel Buchholz, MdA und Reinhold Dellmann (Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.) unter dem Titel »Erfahrungen der rekommunalisierten Pariser Wasserbetriebe für Berlin«. Als Moderatorin der Podiumsdiskussion war es wichtig zu erfahren welche der Erfahrungen aus Paris eine mögliche Vorbildfunktion für die rekommunalisierten Berliner Wasserbetriebe besitzen könnte. Auch im Hinblick auf die Arbeitsweise des neu gegründeten Berliner Stadtwerks sind die Erfahrungen aus Paris viel wert.

Eines der vorbildlichen Merkmale aus Paris ist die nun vorhandene große Transparenz gegenüber den Menschen der Stadt. Seitdem die Pariser Wasserbetriebe 2010 wieder von der öffentlichen Hand geführt werden, ist viel in diesem Bereich geschehen. Es gibt ein öffentliches Kontrollgremium der Stadt Paris, dieses steht allen Bürgerinnen und Bürgern von Paris offen und ist dauerhaft eingerichtet. Bei den Wasserbetrieben wurde ein Verwaltungsrat eingerichtet. In diesem sind gemeinsam die Politik, der Verbraucher- und der Umweltschutz vertreten. Durch diese Besetzung können die Zukunftsentscheidungen demokratisch mitgestaltet werden.

Neben größerer Transparenz, mehr Mitspracherechten und die Kontrolle durch die Zivilgesellschaft, konnte durch die Rekommunalisierung in Paris eine achtprozentige Preissenkung erreicht werden. Um langfristige Planungen zu ermöglichen verbleibt in der französischen Hauptstadt, anders als Berlin, der Gewinn im Betrieb. Hierdurch kann die Infrastruktur erhalten und den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts angepasst werden.

Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass der Investitionsstau der Berliner Wasserbetriebe beendet werden muss und die Preispolitik weiterhin in hohem Maße den Berlinerinnen und Berlinern zugutekommen sollte. Hier gibt es noch viel zu tun. Durch das Vorbild Paris können nun jedoch erste Maßnahmen bezüglich größerer Transparenz und mehr Kontrolle in Angriff genommen werden.

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