Zwinli-KircheAm Rudolfplatz, zwischen dem S-Bahnhof Warschauer Straße und der Spree, gibt es einen einmaligen Ort für Kultur und Begegnung zu entdecken – die Zwingli-Kirche. Hier, im „Blinddarm Ostberlins“, wie Professor Martin Wiebel mit einem Augenzwinkern bemerkt, habe man vor ein paar Jahren damit begonnen, eine über Jahrzehnte ungenutzte Kirche wieder zu einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens zu machen. Mittlerweile, so berichtet Wiebel,  Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „KulturRaum Zwingli-Kirche e.v.“, bei einem Besuch von Cansel Kiziltepe, finden in dem beeindruckenden Gebäude Filmvorführungen, Musikveranstaltungen oder Ausstellungen über die Geschichte des Stadtteils statt.

Professor Wiebel, langjähriger WDR-Film- und Fernseh-Dramaturg, ist in seine Heimat zurückgekehrt und hat sich zur Aufgabe gemacht, alte und neue Bewohner zusammenzubringen. Er zeigt alte DEFA-Filme, aber auch Erstlingswerke von jungen Regisseuren, publiziert Zeitzeugenberichte und hat selbst ein Buch über die Geschichte des Quartiers am ehemaligen Osram-Werk geschrieben. Wiebel lädt auch alte Weggefährten zu Benefizlesungen in die Kirche ein und hat es mit anderen kreativen Ideen geschafft, eine dringend notwendige Renovierung der über 100 Jahre alten Räumlichkeiten auf die Beine zu stellen. Um den Verein auch künftig finanziell am Leben zu erhalten, verspricht Cansel Kiziltepe, sich dafür einzusetzen, die Zwingli-Kirche beispielsweise als Tagungs- und Empfangsort zu nutzen. Denn genau diese Art Kultureinrichtung ist unverzichtbar für einen Stadtteil, der lebenswert für alle Bewohner sein soll.

http://www.kulturraum-zwinglikirche.de/index.shtml

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