Am 9. Juni 2022 bin ich von Berlin nach Augsburg gereist, um mich dort im baupolitischen und arbeitspolitischen Dialog einzubringen.

In Augsburg veranstaltete die Bundesstiftung Baukultur den Baukulturdialog „Neue Verantwortung der Immobilienwirtschaft“ – Veranstaltungsort war die Fuggerei. Die Augsburger Fuggerei gilt als älteste Sozialsiedlung Europas und gibt seit 500 Jahren bedürftigen Menschen einen geschützten Wohnraum. Die historischen Ursprünge der Fuggerei können zwar kritisch gesehen werden: 1516 wurde sie von Jakob Fugger gegründet. Damals waren die Fugger wohl häufig mit dem Vorwurf, auf Kosten des Gemeinnutzens Handel zu betreiben, konfrontiert. In der Konsequenz waren sie daher bestrebt, ihren Reichtum – etwa durch die Fuggerei – sozial zu legitimieren. Hier können daher Verbindungen zum Ablasshandel gesehen werden. Heute und seit vielen Jahrzehnten jedoch agiert die Fuggerei als verantwortungsvolle Akteurin und Bauherrin mit Beispielcharakter. Sie zeigt, dass wir langfristig günstigen und guten Wohnraum schaffen können. Denn immer mehr Menschen leiden unter der Wohnpreisexplosion und wir brauchen mehr Lösungen für bezahlbaren Wohnraum, die 500 Jahre und mehr überstehen: In Berlin, Deutschland und der Welt.

Neben den kommunalen Wohnungsunternehmen spielen dafür gemeinnützige Wohnungsträger eine wichtige Rolle. Als parlamentarische Staatssekretärin möchte ich diese Gruppe sichtbarer machen und nachhaltig stärken. Sie können einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Wohnungsfrage leisten. Als parlamentarische Staatssekretärin habe ich den Stiftungsratvorsitz der der Bundesstiftung Baukultur inne. Ein wichtiger Teil der Stiftungsarbeit ist, dass wir nicht nur bezahlbaren Wohnraum schaffen, sondern auch ansprechenden und lebenswerten Wohnraum. Die Fuggerei zeigt, dass dies sogar über 100te von Jahren möglich ist.

Nach dem Besuch in der Fuggerei ging es für mich noch in das Augsburger Werk der Firma MAN Energy Solutions. Gemeinsam mit meiner AfA-Kollegin Ronja Endres, Landesvorsitzende der SPD in Bayern und der Augsburger Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr habe ich das eindrucksvolle Gelände besichtigt, auf dem große Motoren und Maschinen hergestellt werden. Wie viele große Unternehmen in Deutschland befindet sich MAN mitten in einem Wandel. Die ökologische Transformation unserer Wirtschaft bedeutet für die Unternehmen und die Beschäftigten, dass sie sich teilweise neu erfinden müssen.

Deshalb war es mir besonders wichtig, vor Ort ins Gespräch mit den Beschäftigten von MAN zu kommen. Mit Vertreter*innen des Betriebsrats, mit Ausbildungs- und Jugendvertreter*innen haben wir darüber gesprochen, wie die Transformation, die Digitalisierung und die Pandemie den Arbeitsalltag verändern. Für mich sind diese Gespräche so wichtig, denn als AfA wollen wir in der Partei und darüber hinaus dafür kämpfen, dass die Arbeitswelt von morgen eine bessere ist. Ein spannender und lehrreicher Tag im bayrischen Schwaben!

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