10 000 Menschen sind in Berlin ohne Wohnung, und die Zahl der Obdachlosen nimmt weiter zu. Immer mehr Menschen in unserer Stadt sind ohne feste Bleibe.

Anfang des Monats habe ich mich deshalb sehr über die Einladung von mob e.V. gefreut, um gemeinsam das einjährige Bestehen der Notübernachtung Storkower Straße zu feiern. Seit Oktober 2015 können in der Storkower Straße 139c jede Nacht, 365 Tage im Jahr, 20 obdachlose Menschen eine Zuflucht finden, 20 Menschen, die ein frisch bezogenes Bett, Toiletten, Duschen, Kleider- und Wäschekammer, Beratung und wöchentliche ärztliche Versorgung vorfinden – betreut von wenigen Festangestellten und vielen engagierte Ehrenamtlichen.

Neben der steigenden Zahl der Wohnungslosennimmt auch die Zahl bedrohter Wohnverhältnisse zu. Hinter den Statistiken stecken Schicksale, oft Schicksalsschläge einzelner Menschen, aber auch ganzer Familien.

Durch eine bessere Präventionsarbeit können viele Fälle von Wohnungslosigkeit abgewendet werden. Für uns als SPD ist Wohnen ein Grundbedürfnis jedes Einzelnen und wir können und wollen nicht akzeptieren, dass Menschen ungewollt auf der Straße leben müssen. Die SPD Friedrichshain-Kreuzberg wird deshalb auf der Kreisdelegiertenversammlung am heutigen Freitag einen Antrag beschließen, der die Einführung einer landes- und bundesweiten Wohnungslosenstatistik fordert. Die Statistik soll unter anderem den Umfang und die Entwicklung von Räumungsklagen und Wohnungslosigkeit abbilden, ebenso lässt sich eine zielgenaue Handlungsnotwendigkeit definieren. Einzurichtende Präventionsstellen sollen als Bindeglied sowie Vermittler zwischen Betroffenen und Vermietern agieren.

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag verweigert bisher die Einführung einer bundesweiten Wohnungsnotfallstatistik. Damit ignoriert die Union die Armutsprobleme in Deutschland auf fahrlässige Art und Weise.

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