Unter diesem Motto leistet die bundesweit einmalige Ausbildungs- und Berufsinitiative ARRIVO BERLIN seit Ende 2014 einen Beitrag zur Integration von geflüchteten Menschen in den Berliner Arbeitsmarkt. Ihre Geschäftsstelle und Übungswerkstätten hat ARRIVO BERLIN in meinem Wahlkreis. Bei meinem Besuch dort konnte ich mich über die Arbeit von ARIVO BERLIN informieren.

Nach eigenen Angaben ist ihr Ziel, zum einen etwas gegen den akuten Fachkräftemangel und die hohe Zahl unbesetzter Lehrstellen in Berliner Betrieben zu tun, zum anderen geflüchteten Menschen, die über praktische Kenntnisse verfügen und selbständig für sich sorgen möchten, beruflichen Anschluss zu ermöglichen. Unter dem Slogan „Flüchtling ist kein Beruf. Talente brauchen Chancen“ will die Initiative beide Seiten unbürokratisch und schnell in Kontakt bringen.

Der unsichere Aufenthaltsstatus der Flüchtlinge ist eines der größten Probleme, mit denen die gemeinsame Initiative der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, der Handwerkskammer Berlin und dem Berliner Netzwerk für Bleiberecht „bridge“ zu kämpfen haben. Viele Betriebe, die interessierte Flüchtlinge gerne als Auszubildende aufnehmen würden, haben die Befürchtung, dass diese vom Ausbildungsplatz abgeholt und in Abschiebehaft gebracht werden. Dass diese Furcht berechtigt ist, mussten ein Betrieb und ein dort beschäftigter Auszubildender am eigenen Leib erleben. Der jugendliche Flüchtling wurde aus der Ausbildung heraus abgeschoben. Nach Angaben des Projektkoordinator Anton Schünemann droht drei weiteren Menschen aus dem Libanon, die seit 17 Jahren in Berlin leben, dasselbe Schicksal.

Deshalb: wir brauchen nicht nur weitere Nachahmer dieses wertvollen Projektes, sondern auch eine Gesetzesänderung, mit der den betroffenen Flüchtlingen ein sicherer Aufenthaltsstatus ermöglicht werden kann. Hier ist die Bundesregierung gefragt, damit den Flüchtlingen, aber auch den Betrieben, die mit ihnen gute Erfahrungen machten, geholfen werden kann.

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