Die Frauenquote für Aufsichtsräte in Deutschland zeigt ihre Wirkung. Das ist die gute Nachricht der neuesten Ausgabe des Managerinnen-Barometers des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Im letzten Jahr ist der Anteil an Frauen in den Aufsichtsräten der untersuchten 200 Unternehmen um 2 Prozentpunkte gestiegen. Die schlechte Nachricht ist: dort, wo es keine Quote gibt, sind Frauen immer noch stark unterrepräsentiert.

Das gilt vor allem für Vorstände. In den Vorständen der untersuchten Unternehmen ist die Zehn-Prozent-Marke immer noch nicht erreicht und die Chancen für Frauen in diesen Positionen stehen weiterhin schlecht. Vor allem in der Banken- und Versicherungsbranche ist der Zugang für Frauen zu Führungspositionen besonders schwer. Unternehmen dieser Branche liegen weit hinter den verbesserungswürdigen Zahlen der anderen Branchen.

Sogenannte „Spill-Over-Effekte“ können bisher, seit Einführung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe für Frauen und Männer in Führungspositionen, nicht verzeichnet werden. Es ist also keine Selbstverständlichkeit, dass eine Quote eine andere überflüssig werden lässt. Zumindest nicht auf kurze Sicht. Doch, wie lange wollen wir noch warten?

Das neue Managerinnen-Barometer zeigt auch, wenn die Entwicklung des Anteils von Frauen in Vorständen im Banken- und Finanzbereich nicht nachhaltig gefördert wird, wird ein gleicher Anteil von Frauen und Männern in diesen Positionen erst in 80 Jahren erreicht. Ich will nicht bis zum nächsten Jahrhundert warten, um die Gleichberechtigung von Frauen und Männern endlich auch in Führungspositionen zu erreichen.

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