Am „Internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ rufe ich zusammen mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zur Achtsamkeit und zum Schweigen brechen auf. Betroffenen steht das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bundesweit zur Verfügung. Dieser Tag, der unter der Überschrift steht „Wir brechen das Schweigen“, soll aufzeigen wie wichtig es ist, öffentlich über Gewalt – besonders gegen Frauen – zu sprechen.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei und in 15 Fremdsprachen.

Weitere Informationen zum Beratungsangebot erhalten Sie auf: http://www.hilfetelefon.de

Weitere Informationen zur Mitmachaktion finden Sie unter: http://www.aktion.hilfetelefon.de

Bereits am 22. November 2016 haben Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes, erstmalig Zahlen vorgestellt, die veranschaulichen in welchem Umfang und mit welchen Ausprägungen Gewalt in Paarbeziehungen gemeldet werden.

Die kriminalistische Auswertung des Bundeskriminalamtes zeigt auf, in welcher Beziehung Täter und Opfer stehen und dokumentiert die Delikte. Die Auswertung bestätigt gängige Annahmen. Zu einem großen Anteil (82 %) sind es Frauen, die von sogenannter Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Fast die Hälfte (49 %) der betroffenen Frauen leben zum Tatzeitpunkt mit der Tatperson in einem gemeinsamen Haushalt.

Bundesministerin Schwesig machte noch einmal deutlich, dass häusliche Gewalt gegen Frauen, Männer oder Kinder keine Privatsache ist, sondern eine Straftat und als solche entsprechend verfolgt werden muss. Gewalt, die oft in den eigenen vier Wänden stattfindet, also an einem Ort, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte. ist leider für viele Frauen Realität. Dieses Tabu muss weiter gebrochen werden.

In der erstmals erstellten Auswertung der bei der Polizei registrierten Fälle konnte festgestellt werden, dass häusliche Gewalt gegen Frauen über subtile Formen wie Demütigungen, Beleidigungen und Einschüchterungen, psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen bis hin zu Vergewaltigungen und Tötungen reicht. Gleichzeitig müsse man von einer nicht unerheblichen Anzahl an Dunkelziffern ausgehen, so BKA Präsident Holger Münch. Opfer häuslicher Gewalt empfinden ihre Situation oft als ausweglos, sie werden nicht bemerkt und sie machen sich nicht bemerkbar. Hier sind neben den Strafverfolgungsbehörden vor allem staatliche und nichtstaatliche Institutionen gefragt, Opfern mit Hilfsangeboten zur Seite zu stehen.

Ich befürworte die Veröffentlichung der kriminalstatistischen Auswertung. Die Zahlen sind wichtig, um häusliche Gewalt sichtbarer zu machen. Sie helfen auch, Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von häuslicher Gewalt zu entwickeln. Ich will, dass die Bundesregierung und die Polizei dem Schutz vor Gewalt höchste Priorität einräumen.

 

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