Gorillas liefert Lebensmittel in 10 Minuten. Und das auf dem Rücken der Arbeitnehmer*innen. Doch am 03.06.2021 gingen die Berliner Fahrer*innen den ersten Schritt hin zu einem Betriebsrat für mehr Mitbestimmung sowie bessere Löhne und Arbeitsbedingungen.

Das ist auch dringend nötig, denn die Fahrer*innen bei Gorillas leiden unter schlechten Arbeitsbedingungen, mangelndem Datenschutz und Löhnen, die kaum zum Leben reichen. Jetzt kämpfen sie für betriebliche Mitbestimmung! Dabei ist der bisherige Verlauf auf dem Weg zur Wahl des Wahlvorstandes besorgniserregend. Das Management scheint nur wenig begeistert von einer organisierten Belegschaft und einer starken Stimme der Beschäftigten.

Vergangene, hart erkämpfte Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung müssen für zukünftige Generationen von Beschäftigten gesichert werden. Dazu zählt auch die betriebliche Mitbestimmung als wesentliche Grundlage einer echten Wirtschaftsdemokratie. Gorillas-Gründer Kagan Sümer möchte aber, dass sein Unternehmen eine „Gemeinschaft“ ist und plant deshalb, DJ-Sets in Gorillas-Lagern zu spielen. Ich denke, den Rider*innen wären höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen lieber!

Der Fall ist entscheidend, denn er ist beispielhaft für viele neue Konflikte in der Plattformökonomie. Es ist von enormer Bedeutung, dass die Mitbestimmung in neuen und jungen Unternehmen und Start-ups gesichert wird. Ganz klar: Ich stehe solidarisch an der Seite der Gorillas-Belegschaft und werde genau hinschauen!

 

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