Die Vermögensungleichheit zwischen den Bevölkerungsschichten in Deutschland ist größer als angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte Studie.

So sollen die reichsten 0,1% der deutschen Bevölkerung über 15% der deutschen Vermögen verfügen. Dieser Prozentsatz ist dreimal so hoch, wie der bisher in Erhebungen ermittelte Wert. Das reichste Hundertstel aller Deutschen soll laut der Studie gar im Besitz von 31 bis 34 % der deutschen Vermögen sein.

Euro-Stücke

Eine exakte Erhebung dieser Daten ist ohne eine Vermögensteuer in der Bundesrepublik nicht möglich. Die erhobenen Daten werden alle drei Jahre vom sozio-ökonomischen Panel durch eine telefonische Befragung von 25.000 Bundesbürgern ermittelt.

Hierbei sind jedoch Ungenauigkeiten sowohl in der Personenauswahl, als auch in den getätigten Angaben kaum zu vermeiden. Die Forscher des DIW haben sich daher zunächst an der Liste der Reichen des US-amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes aus dem Jahr 2013 orientiert, auf der mehr als 50 Deutsche aufgeführt sind, die über ein Vermögen von jeweils mindestens einer Milliarde Dollar verfügen. Anhand dieser Methode konnten die Forscher erschließen, wie die Statistik ausgesehen hätte, wenn die Reichsten der Reichen befragt worden wären, diese somit in die Erhebung miteinbezogen worden wären.

Die Studie gibt Anlass dazu, davon auszugehen, dass die deutsche Vermögensungleichheit noch größer ist, als ohnehin schon angenommen. Daher ist eine Debatte über Maßnahmen, die das Wachsen der Schere zwischen Arm und Reich einschränken – hier seien etwa die Erbschaft- sowie die Vermögenssteuer hervorzuheben – unabdingbar. Ich werde mich auch weiterhin für eine gerechtere Besteuerung und Verteilung der Vermögen einsetzen.

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