Zu den Äußerungen des Berliner Innenstaatssekretärs Krömer (CDU) gegenüber dem Inforadio des RBB am 18.Juli 2013 erklärt Cansel Kiziltepe, SPD-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauer Berg Ost Folgendes:

Mit seinen Worten hat Herr Krömer deutlich gemacht, wo die CDU-geführte Berliner Innenverwaltung in der Flüchtlingsfrage steht. Herr Krömer schwingt sich zum Anwalt der Anwohner auf, die er mit dem Flüchtlingscamp einem „Ärgernis“ ausgesetzt sieht, wohl wissend, dass es sehr viel Unterstützung seitens der Anwohner für die Forderungen der Flüchtlinge gibt. Herr Krömer spielt so eine Gruppe gegen die andere aus, und das in einem Klima, wo die rechtsradikale NPD die Verunsicherung mancher Bürger in Zusammenhang mit der Unterbringung von Asylbewerbern auf perfide Art und Weise für ihre eigenen Interessen nutzt. Herr Krömer sollte hier Augenmaß an den Tag legen und das Ganze nicht zusätzlich anheizen. Mit Vokabeln wie „illegal“ und „rechtswidrig“ im Zusammenhang mit dem Camp am Oranienplatz kriminalisiert er die Flüchtlinge. Und mehr noch, die Residenzpflicht betrachtet er als regulative Kraft und die berechtigte Forderung der Flüchtlinge nach Abschaffung kontert er aus mit der Bemerkung, manche Regionen seien „reizvoller“ für Flüchtlinge und Berlin gehöre zu den „gefragten Gebieten“. Als ob es den Menschen um schöne Landschaften, um Sehenswürdigkeiten ginge. Wie weit muss man sich von menschlichem Leid entfremdet haben, um so etwas zu äußern?

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