Feminismus geht nicht mehr als Gespenst umher, sondern ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Dafür haben wir hart gekämpft. Der internationale Frauentag ist auch Anlass, sich an diesen Kampf zu erinnern und daraus neuen Mut zu schöpfen.

Umso wichtiger ist es, in Zeiten der Corona-Pandemie einen gleichstellungspolitischen Rollback zu verhindern. Die Corona-Krise droht uns gesellschaftlich zurück in die 1950er Jahre zu katapultieren. Denn es ist bereits deutlich sichtbar, dass vor allem Frauen die Extra-Belastung schultern.

Der Weltfrauentag ist für mich Tag des Kampfes. Gleichstellung ist eine Selbstverständlichkeit und ein Gebot der Demokratie. Sie ist aber noch nicht überall umgesetzt. In nahezu allen Bereichen unseres Lebens sind Frauen immer noch benachteiligt. Wir müssen für diese Selbstverständlichkeit weiter kämpfen.

Wir nehmen es nicht länger hin, dass in den Parlamenten noch immer Männerclubs das Sagen haben, dass Frauen weniger verdienen, mehr unbezahlte Sorgearbeit leisten und dann im Alter deutlich häufiger von Altersarmut betroffen sind. Als Gesetzgeber*innen müssen wir hier die rechtlichen Rahmenbedingungen festlegen. Verstaubte Rollenbilder gehören nicht in unser Steuerrecht, sondern höchstens noch in die Geschichtsbücher.

Auch in Deutschland geht es um Leben und Tod. Mehr als stündlich wird eine Frau in Deutschland durch ihren (Ex-)Partner körperlich verletzt. Jeden dritten Tag kommt es zu einem Femizid – der Ermordung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts.

Gleichstellung gehört zur DNA der Sozialdemokratie. Und was wir in den letzten Jahren erreichen konnten, kann sich sehen lassen! Feminismus ist kein Spartenthema mehr. Der Einsatz für die Gleichstellung ist kein eigenes Politikfeld, sondern muss ressortübergreifend verstanden und angegangen werden. Dafür haben wir als SPD wichtige Weichen gestellt. Mit dem ressortübergreifenden Gleichstellungsbericht, der Bundesstiftung Gleichstellung und gesetzlichen Vorgaben wie dem Führungspositionengesetz wird Gleichstellung endlich umfassend gedacht.

Die wichtigste Botschaft am Weltfrauentag bleibt: Der Kampf für die Selbstverständlichkeit geht weiter, bis alle Geschlechter gleiche Chancen auf Macht, Geld und Zeit haben!

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