Mit eindrucksvollen Zahlen haben die Expert*innen in der öffentlichen Anhörung des Sportausschusses im Deutschen Bundestag am Mittwoch, 15.01.2020 die schwierige Situation der Schwimmbäder in Deutschland beschrieben.

Die Schwimmfähigkeiten junger Menschen nehmen kontinuierlich ab, gleichzeitig steigen die Ertrinkungszahlen von Menschen im Alter bis 20 Jahren. Diese Entwicklung ist gefährlich, da ungenügende Schwimmkompetenz im Zweifelsfall lebensbedrohlich sein kann. Umso wichtiger ist das frühzeitige Erlernen von Schwimmen in der Schule der Kita und im familiären Umfeld.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Schwimmbäder in Deutschland geschlossen. Im Jahr 2000 gab es in Deutschland knapp 8000 Schwimmbäder (inklusive Frei- und Naturbäder). 20 Jahre später finden wir uns jedoch auf dem Niveau von 1988 wieder (ca. 6400 Bäder). Dieser Trend muss angehalten und umgekehrt werden. Dies wird jedoch nur mit massiven Investitionen gelingen. Es ist offensichtlich, dass wir eine Investitionsoffensive für Schwimmhallen und Schwimmbäder in unserem Land brauchen.

Genau deshalb setzen wir Sportpolitiker*innen der SPD-Bundestagsfraktion uns für den – aktuell noch in den Kinderschuhen steckenden – Goldenen Plan III ein. Dieser soll die Sportstättensanierung deutlich voran bringen; ein Viertel der Gelder wird im Bereich der Schwimmbäder benötigt.

Schwimmen ist nicht nur Sport – Schwimmen ist seit der Antike ein Kulturgut und gehört damit zum Bereich der Daseinsvorsorge. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Daseinsvorsorge allein staatliche Aufgabe ist. Dementsprechend müssen Schwimmhallen, ähnlich wie dies bereits bei Schulsporthallen der Fall ist, der Marktlogik und –verwertung entzogen werden.

Der Sport ist ein Turbo für die Entwicklung sozialer Kompetenz junger Menschen. Umso wichtiger ist es, dass wir hier den Investitionsstau der vergangenen Jahre überwinden und dauerhaft in unsere Zukunft investieren.

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