Jury wählt Projektentwurf am vergangenen Dienstag

Letzte Woche war es soweit, aus acht Entwürfen hat die Jury ihren Favoriten für den Umbau des Durchgangs zwischen Cuvry- und Falckensteinstraße im Kreuzberger Wrangelkiez ausgewählt.

Aber von vorn: Um die zahlreichen Probleme im Wrangelkiez anzugehen, habe ich mich vor einiger Zeit sehr dafür eingesetzt, dass wir über das Bundesförderprogramm ‚Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung im urbanen Räumen‘ die Fördersumme von fast einer Million Euro in den Kiez holen. Das Gebiet rund das Familienzentrum Kiezanker hat schon länger mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen: Drogenverkauf und -konsum sind an der Tagesordnung, Verwahrlosung und Vermüllung, Nutzungskonflikte, die u.a. zur Einzäunung des dortigen Spielplatzes führten, Nachbar*innen beklagen ein mangelndes Sicherheitsgefühl und einen erhöhten Lärmpegel, zudem hat der gesamte Kiez mit einer starken thermischen Belastung zu kämpfen und weist viel zu wenig Stadtgrün auf. Schon lange besteht also ein hoher Handlungsdruck – passiert ist wenig bis gar nichts.

Die Summe von 990.000 Euro plus einer kleineren Summe aus dem Bezirkshaushalt kann hier nun endlich Abhilfe schaffen. Im Rahmen des Klimaanpassungsprogramms soll mit Teilentsiegelung, Begrünung, Wasserelementen, Aufenthaltsqualität in Form von Sitz-, Sport- und Spielmöglichkeiten aus dem verwahrlosten Durchgang ein Ort der Begegnung werden.

Erst vergangenen Freitag wurden die acht Entwürfe interessierten Anwohner*innen in einer Vorabpräsentation in der Taborkirche vorgestellt. Alle Entwürfe einte ein Mehr an Stadtgrün, Entsiegelung, Flächen für Anwohnende zum Gärtnern, Versickerungsflächen, Spielgeräten und Möglichkeiten zum Verweilen. Die anschließende Diskussion zeigte aber deutlich, dass das allein nicht ausreicht und die Entwürfe viele Fragen offen ließen. So waren beispielsweise Standorte für (kostenlose) Toiletten nicht erkennbar, auch die Auflösung der Nutzungskonflikte wurde nicht herausgearbeitet. Wird es eine Beleuchtung geben, um somit einem gewünschten Mehr an Sicherheit Rechnung zu tragen? Wie ist eine nachhaltige Pflege gewährleistet, damit die Fläche nicht schnell wieder verkommt?

Dies muss zukünftig noch unter Einbeziehung der Anwohnenden, der Nutzer*innen und des Familienzentrums herausgearbeitet und konkretisiert werden. Mit der Auswahl eines Entwurfs ist also erstmal nur ein weiterer Schritt gemacht, viele müssen noch folgen, um hier dauerhaft für die Menschen etwas zu schaffen.

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