Gisela Pravda las am 27.08.2020 im Biergarten Jockel aus ihrem Buch „Sushi auf nackten Damen serviert – 264-mal Sexismus aufgespießt“. Genauso humoristisch wie gleichsam auch ernst ging sie auch erzählend auf Alltagssexismus in unserer Gesellschaft ein. Gisela Pravda hat nicht nur in Deutschland, sondern auch bereits in Kolumbien als Feministin Frauenrechte verteidigt und Aufklärungsarbeit geleistet.

Sexismus ist ein strukturelles Problem und daher Ursache für viele Schwierigkeiten von Frauen in unserer Gesellschaft. Gisela Pravda zeigt dies in ihrem Buch nicht nur an einem ihrer Lieblingsthemen der Sprache auf, sondern auch an Beispielen aus der Wissenschaft, so etwa aus der Medizin und der Erziehungswissenschaft.

Dabei stellt sie auch klar, dass Sexismus in mehrere Richtungen geht. Es ist nicht nur die Art, wie wir von anderen behandelt werden, sondern auch wie wir uns wahrnehmen und wie wir uns verhalten. Ob wir beispielsweise die Stimme senken, damit wir ernster genommen werden oder ob wir immer gerade stehen, um größer zu wirken. Denn fest steht: Frauen müssen immer die Extrameile gehen. Vor allem, aber nicht nur, im Berufsleben.

Schon in der Sprache lässt sich Sexismus klar und deutlich erkennen. Daher ist Gisela Pravda die gegenderte Sprache sehr wichtig. Ebenfalls ein wichtiges Anliegen der Autorin war die Weiterverbreitung des Wissens über Gendermedizin. Frauen weisen aufgrund der spezifischen Hormone teilweise andere Symptome bei Krankheiten auf als Männer. Dies führt mitunter dazu, dass Krankheiten bei Frauen nicht erkannt oder nicht behandelt werden. Und selbst wenn es zur Behandlung kommt, sind Frauen abermals im Nachteil, denn die Medikamente sind zumeist nie an Frauen getestet worden. Da auch hier wieder der Hormonhaushalt Ergebnisse „verfälscht“ und Folgen schwieriger abschätzbar macht, konzentrieren sich Mediziner(!) auf die Männer.

Das sind nur einige der vielfältigen Beispiele der Diskriminierung von Frauen, die Gisela Pravda in ihrem Buch und im Rahmen der Lesung aufgezeigt hat. Es liegt noch viel Arbeit vor uns in Sachen Gleichstellung. Wir müssen weiter für eine Gesellschaft eintreten, in der die Gleichberechtigung aller Geschlechter gelebte Wirklichkeit ist und das Gleichstellungsgebot aus Art. 3 des Grundgesetzes mit Leben gefüllt wird.

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