Seit einem halben Jahr gilt in Deutschland ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro – Und die Halbjahresbilanz fällt positiv aus, der Mindestlohn ist eine Erfolgsgeschichte.

Durch den Mindestlohn gibt es für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spürbar mehr Lohn. Rund 3,7 Millionen Menschen haben jetzt mehr auf dem Gehaltszettel. Das Statistische Bundesamt bestätigt diese Entwicklung – in fast allen Niedriglohnbranchen steigen die Nominallöhne überdurchschnittlich, ebenso bei niedrigqualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie geringfügig Beschäftigten. Ein weiterer Effekt: Ehrliche Unternehmen werden durch den Mindestlohn vor einem Unterbietungswettbewerb geschützt.

Lohnentwicklung Mindestlohn

Nach einem halben Jahr ist ebenfalls klar, dass die Hiobsbotschaften neoliberaler Wirtschaftswissenschaftler hinsichtlich spürbarer Arbeitsplatzverluste nicht eingetreten sind. Historisch positive Konjunktur- und Arbeitsmarktzahlen beweisen, dass der Mindestlohn keine negativen Beschäftigungseffekte hat. Entgegen aller Negativszenarien seitens der Union erleben wir momentan einen Rekord-Boom auf dem Arbeitsmarkt. Die Erwerbstätigenzahl erreicht 2015 voraussichtlich die Marke von 43 Millionen – so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Arbeitsmarktlage hat sich auch bei stark vom Mindestlohn erfassten Niedriglohnbranchen (wie dem Bau- und Gaststättengewerbe) im Vorjahresvergleich positiv entwickelt. Auch in den neuen Bundesländern, wo der Mindestlohn aufgrund der vorher niedrigen Gehälter besonders stark wirkt, ging die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat um gut 6 % zurück.

Selbst die Abnahme der sogenannten Minijobs kann nicht als Anzeichen sinkender Beschäftigung herhalten, denn nach Einschätzung der Bundesbank und der Bundesagentur für Arbeit liegt es nahe, dass viele dieser Minijobs in sichere und reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt wurden.

Entwicklung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung

 

Die durch den Mindestlohn erzeugten Lohnsteigerungen und die günstige Lage am Arbeitsmarkt sorgen für ein außergewöhnlich gutes Konsumklima. Zudem trägt der Mindestlohn zur Verringerung bestehender Einkommensunterschiede zwischen Frau und Mann bei: In Ostdeutschland stiegen die Löhne um 3,6 % überproportional und auch Frauen verdienen mit plus 2,8 % überdurchschnittlich mehr. Der Mindestlohn ist ungeachtet der teils ausgeprägten Detailkritik bei Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften nunmehr grundsätzlich akzeptiert und breit verankert.

Gender Pay Gap nach Mindestlohn

Für mich steht fest: 6 Monate Mindestlohn bedeuten 180 Tage arbeitsmarktpolitischen Fortschritt. Umso wichtiger ist es, dass wir weiter an einer korrekten Dokumentation und einer ordentlichen Kontrolle festhalten. Nur so können wir Schwarzarbeit, Schattenwirtschaft und Dumpinglöhne verhindern und dafür sorgen, dass der Mindestlohn weiter positiv wirkt.

Zustimmung zum Mindestlohn

Das BMAS hat zudem eine Hotline eingerichtet, die sehr gut angenommen wird. Seit dem Start der Hotline wurden rund 53.000 Gespräche geführt und über 5.000 E-Mails beantwortet.

Mindestlohn-Hotline: 030 / 60 28 00 28

Alle weiteren Informationen zum Mindestlohn finden sich unter www.der-mindestlohn-gilt.de.

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