Frauen und Gleichberechtigung

Gleichberechtigung der Geschlechter ist Grundbedingung unserer Demokratie. Nicht umsonst steht die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in Artikel 3 unseres Grundgesetzes. Feminismus ist weder Modethema noch Hashtag. Feminismus ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.

Dabei sind wir von Entgeltgleichheit, von gleicher politischer Teilhabe, von gerechter Verteilung der Sorgearbeit immer noch weit entfernt. Viele Sozialdemokrat*innen vor uns haben bereits hart dafür gekämpft und auch einiges erreicht. Doch unser Kampf muss weitergehen: für die gerechte Verteilung von Zeit, Macht und Geld. Unabhängig von Geschlecht und Herkunft.
Pay Gap, Care Gap, Pension Gap – immer noch gibt es zu viele Gender Gaps. Diese sind keineswegs frei erfunden. Sie sind Realität und geben den Zuständen einen Namen. Bei allen erreichten Erfolgen ist die Gleichstellung noch nicht Wirklichkeit geworden. Überall stoßen Frauen an gläserne Decken.

 

Deshalb streite ich für echte Gleichberechtigung. Dafür, dass Altersarmut kein weibliches Gesicht mehr hat. Dafür dass auch Väter die Elternzeit in Anspruch nehmen. Dafür, dass Sorgearbeit gerecht aufgeteilt wird. Mein Einsatz gilt der Selbstbestimmung aller Frauen, ihrer Gesundheit und ihrem Leben. Um das zu viele immer noch fürchten müssen, allein aufgrund ihres Geschlechts. Deshalb müssen wir Femizide verhindern und für bessere Unterstützung für von Gewalt betroffene Frauen sorgen.

Der Körper einer jeden Frau gehört nur ihr selbst. Daher braucht es auch im Bereich der Frauengesundheit mehr und bessere Unterstützung. Dazu zählen für mich selbstverständlich die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a des Strafgesetzbuches. Die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ist ein Symbol für andauernde Herrschaft des Patriarchats. Damit muss endlich Schluss sein!
Der Kampf für echte Gleichberechtigung ist kein isoliertes Politikfeld, sondern muss ressortübergreifend verstanden und vorangetrieben werden. Ob in der Haushaltspolitik oder beim Wahlrecht. Gender Budgeting ist kein Fremdwort, sondern eine Frage der Gerechtigkeit. Denn auch Zahlen im Haushalt sind nicht neutral, sondern gestalten unser Zusammenleben. Und dieses Zusammenleben muss gleichberechtigt sein. Das gilt auch für das passive Wahlrecht und Parität in allen Parlamenten.

Denn ob im Parlament, in der Arbeitswelt oder bei der Betreuung und Pflege von Kindern und Angehörigen: Nur mit der Verwirklichung von echter Gleichberechtigung ist soziale Gerechtigkeit möglich.

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