Ob Start-up, mittelständischer Familienbetrieb oder Großkonzern: Mitbestimmung muss in allen Betrieben gelebt werden. Betriebsräte sind kein Luxus, sondern ein unverzichtbares Gremium der Interessenvertretung der Beschäftigten. Bei der online-Bank N26 sehen das die Arbeitgebenden zwar anders, konnten sich bisher aber nicht gegen die Gewerkschaft ver.di und die Beschäftigten durchsetzen.

Die Position der Gründer des Fintechs lautet: Ein Betriebsrat würde fast allen Werten des Unternehmens widersprechen und sei nicht zeitgemäß. Vehement hatte die Firma mehrfach versucht, die Gründung eines Betriebsrats zu verhindern. Das ist leider kein Einzelfall, denn etwa jede sechste Betriebsratsgründung versuchen Arbeitgebende zu torpedieren. Sei es durch die Einschüchterung möglicher Kandidat*innen oder durch die Behinderung der Bestellung eines Wahlvorstands. Dabei werden Arbeitgebende oftmals von Kanzleien, die sich auf das sogenannte Union Busting spezialisiert haben, unterstützt. Das geht gar nicht! Betriebsräte müssen bereits im Vorfeld der Wahlen besser geschützt werden.

Die Betriebsverfassung feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag und wurde hart erkämpft. Hinter ihre Standards dürfen wir nicht zurückfallen. Im Gegenteil, es geht nun darum, die betriebliche Mitbestimmung zukunftsfest zu gestalten und ihr ein Update zu verpassen. Eine digitale Arbeitswelt braucht Mitbestimmung dringender denn je.

X