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„Deutsches Jobwunder“, „Niedrigste Arbeitslosenquote seit 1992“, „Glänzender Arbeitsmarkt“ – der Superlative gibt es viele. Doch was da so glänzt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Talmigold.

Erkauft wurden die guten Arbeitsmarktzahlen mit Lohnzurückhaltung und geringfügiger Beschäftigung, mit Leiharbeit und Werkverträgen. Das sogenannte deutsche Jobwunder hängt am Tropf eines der größten Niedriglohnsektoren Europas. Insgesamt 22,2 Prozent der Beschäftigten in Deutschland müssen mit einem Niedriglohn auskommen. Was gut ist für die Arbeitslosenstatistik, ist schlecht für die Volkswirtschaft und die Binnenkonjunktur. Insgesamt 1,3 Millionen Aufstocker verzeichnet die Statistik. Steuergeld, eingesetzt um die schlimmsten Auswirkungen staatlich geförderten Lohndumpings zu mildern. Und wer sein Erwerbseinkommen für das Allernotwendigste aufbraucht, dem bleibt kein Spielraum für weiteren Konsum.

Die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns, so wie von der SPD gefordert, wäre eine erste, schnell umzusetzende Maßnahme. Das allerdings reicht nicht aus. Der Leiharbeit sind Grenzen zu setzen, denn was einst als Abfederung in Auftragsspitzen gedacht war, entwickelte sich in den letzten Jahren zunehmend zu einem Geschäftsmodell, das reguläre Arbeitsverhältnisse verdrängt. Und es ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Teile der Wirtschaft der Politik stets einen Schritt voraus sind. Im Zuge der zaghaften Eingriffe bei der Leiharbeit verlegen sich diese Teile nunmehr auf Werkverträge. Für die Beschäftigten in Deutschland bedeutet das bestenfalls stagnierende Einkommen und wachsende Unsicherheit, vor allem auch in Hinblick auf die Lebensplanung.

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