Am 4. November 2014 jährt sich die Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) zum dritten Mal. Und seit Mai 2013 stehen vor dem Oberlandesgericht München fünf Angeklagte vor Gericht. Das große Interesse der Medien und der Öffentlichkeit an dem Prozess ist längst einer Routine gewichen. Berichte über den Prozessverlauf finden sich höchstens in den Randspalten der Zeitungen.

Um mich über den Prozessverlauf zu informieren, besuchte ich am 22. Oktober 2014 die Mitarbeiter von NSU-Watch. Unter dem Motto „Aufklären und Einmischen!“ arbeitet das Bündnis von rund einem Dutzend antifaschistischer und antirassistischer Gruppen sowie Einzelpersonen zu diesem Themenkomplex. Mitarbeiter von NSU-Watch sind an jedem Prozesstag in München vor Ort und protokollieren detailliert alles, was im Gerichtssaal passiert und verhandelt wird.

Die Vermittlung von Wissen über Neonazis und den NSU ist ebenso eine zentrale Aufgabe ihrer Arbeit. NSU-Watch hat Zugang zu umfangreichem Wissen über die neonazistische Szene und die im NSU involvierten Strukturen, das sie auch den Anwälten der Nebenklage zur Verfügung stehen.

Die Räume, in denen sie arbeiten, bieten den dafür erforderlichen Rahmen. Denn hier ist seit Beginn der 90er Jahre das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum (apabiz e.V.) untergebracht. Der Verein bietet Schulen Bildungsseminare und interessierten Einzelpersonen umfangreiches Archivmaterial an. Und mit diversen Projekten fördert er Initiativen gegen Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus.
Eine sehr umfangreiche Arbeit, die ehrenamtlich geleistet wird, unterstützenswert ist und auf jeden Fall fortgesetzt werden muss.

2014.10.22 apabiz_1

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