500px-Flag_of_Portugal.svgIm sogenannten Estado Novo des António de Oliveira Salazar, aber auch nach der Nelkenrevolution im Jahre 1974 bedeutete es in Portugal keine Seltenheit, wenn Eltern an manchen Tagen nur Kaffee tranken und nichts aßen, weil das Wenige den Kindern vorbehalten blieb. So geschehen vornehmlich in den südlichen Landesteilen wie der Algarve oder dem Alentejo. Noch in den Achtzigerjahren gehörte Portugal zu den am wenigsten entwickelten Regionen Westeuropas. Mit dem EU-Beitritt des Landes im Jahre 1986 verbesserte sich die wirtschaftliche Lage und es konnten Wachstumsraten von 4,4 Prozent erreicht werden. Die Staatsschuldenquote sank zu Beginn des neuen Jahrtausends unter 60 Prozent und lag damit unterhalb der Quote Deutschlands. Mit der Finanzmarktkrise wendete sich das Blatt. Der rigide Sparkurs des Konservativen Pedro Passos Coelho trifft nicht nur die Armen, sie entzieht auch der Mittelschicht die Existenzgrundlage, und hier sind es insbesondere die Staatsbediensteten, die aufgrund massiver Einschnitte vor dem Nichts stehen.

Doch Portugal wäre nicht Portugal, fände man keine Mittel und Wege, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Waren es in den späten Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts die Kooperativen im Baixo Alentejo, ist es heute die Lebensmittelbank der Busfahrer in Lissabon.

 

Link zum Artikel von Uhupardo “Lissabons Busfahrer gründen Lebensmittelbank – für sich selbst”

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