Ryanair kommt nicht aus den Schlagzeilen. Ob Beschäftigtenrechte oder Verbraucher*innenschutz, dieses Unternehmen spielt mit allen Tricks. Der neueste Streich: die Corona-Krise missbrauchen, um mühsam ausgehandelte Tarifverträge zu unterlaufen.

Ryanair lässt keine Gelegenheit aus und versucht nun im Schatten der Corona-Krise geltende tarifvertragliche Regelungen zu umgehen und Beschäftigte zu entlassen, wie die Gewerkschaft ver.di berichtet. Nur, um sie dann wieder zu Dumping-Konditionen einzustellen. Auch in diesen Zeiten zeigt sich wieder einmal, zu was Michael O’Leary bereit ist.

All das, was mit großem Einsatz, viel Mut und internationaler Solidarität erkämpft wurde, wird hier gerade leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Ein weiteres Problem: Ryanair firmiert in Deutschland seit einiger Zeit mit seinem Tochterunternehmen Malta Air und versucht so nicht zuletzt, den beschäftigten Namen reinzuwaschen. Umso wichtiger ist es, genau hinzusehen, wie sich Ryanair – auch unter anderem Namen – verhält und den Druck weiter hochzuhalten.

In Deutschland will Ryanair bei Air Malta 1.200 Stellen streichen, Gehälter kürzen und keine unbefristeten Arbeitsverträge mehr abschließen.

Die Luftfahrtbranche ist zwar von den Auswirkungen der Corona-Pandemie hart getroffen, ein solch respektloses Verhalten gegenüber den eigenen Beschäftigten ist damit jedoch keinesfalls zu rechtfertigen.

Vor allem die Europäische Kommission ist jetzt gefragt: es kann nicht sein, dass auf der einen Seite Airlines gerettet werden und zugleich das Sozialdumping und der Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Beschäftigten von Ryanair weiter vorangetrieben wird.

Als Ryanair-Patin beobachte ich die aktuellen Entwicklungen mit großer Sorge und solidarisiere mich mit den Beschäftigten!

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