Berlin zu vermieten

Man wagt kaum, die Buchstaben in die Tastatur zu hämmern, geschweige denn die Worte auszusprechen, denn inzwischen ist es nahezu ein Allgemeinplatz: Die Mieten explodieren! Doch weil es Schwarz-Gelb nicht kümmert und weil es tief in das Leben der Menschen eingreift, muss man es immer wieder schreiben, muss es herausschreien, so wie die Demonstranten in Berlin, Hamburg und anderswo: „Stoppt den Mietenwahnsinn!“

Die sich zuspitzende Situation ist auch der Tatsache geschuldet, dass der Vermieter im Falle der Neuvermietung Beträge nach Gutdünken aufschlagen kann. Und weil nicht jeder am Stadtrand wohnen kann oder möchte, zahlen Mieter den Preis. Nicht selten opfern sie über 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens. Geld, das der Binnenkonjunktur entzogen wird, Geld, das allein in die Taschen der Vermieter fließt oder als Gewinn bei Immobilien- und Hedgefonds verbucht wird.

Zu Recht weist Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes, darauf hin, dass die „hohen Neuvermietungsmieten von heute […] die Vergleichsmieten von morgen“ sind. Und zu Recht  fordert er bei Neuvermietungen „eine Obergrenze von maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete.“ Eine Forderung, die im Übrigen den Gesetzesplänen der SPD entspricht.

Link: Artikel im Spiegel Online „Wohnungsmarkt: Mieterbund warnt vor rasantem Preisanstieg in Großstädten“

X