Die Corona-Krise zeigt uns deutlich bestehende Ungleichheiten in der Arbeitswelt auf und droht diese sogar zu verschärfen. Sichtbar wird aber auch: Dort, wo es Tarifverträge gibt, stehen die Beschäftigten wesentlich besser da. Das gilt auch für das Kurzarbeitsgeld.

Von den Kontaktsperren und den Veränderungen im täglichen Leben sind wir alle betroffen. Nicht nur, was die wirtschaftliche und soziale Absicherung angeht, sind die Menschen in unserem Land aber mitunter sehr unterschiedlich betroffen. So wirkt sich die Corona-Pandemie auf Geringverdiener*innen, Beschäftigte in Betrieben und Branchen ohne Tarifvertrag und Frauen besonders gravierend aus. Das geht aus einer von der Hans-Böckler-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie  hervor. Dabei wurden 7.677 Beschäftigte befragt, die Erwerbspersonen in Deutschland repräsentativ abbilden.

Was sich jetzt auch zeigt: Beschäftigte, die in einem Unternehmen mit Tarifvertrag arbeiten, profitieren doppelt so häufig wie Beschäftigte ohne Tarifbindung von einer Aufstockung des Kurzarbeitsgeldes durch die Unternehmen. Eine starke Tarifbindung sorgt auch in Krisenzeiten bei Kurzarbeit für ein stabiles Einkommen.

Dass bestimmte Gruppen in unserer Gesellschaft schlechter vor den Auswirkungen geschützt sind als andere, kann sich negativ auf den sozialen Zusammenhalt in unserem Land auswirken. Deshalb müssen wir für die Zeit der Krise und darüber hinaus diejenigen im Blick haben, die von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie besonders betroffen sind. Mit einem krisensicheren Mindestlohn, der Stärkung der Tarifbindung und Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf schützen wir die Vielen und stärken den sozialen Zusammenhalt.

 

 

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