Cansel Kiziltepe MdB, Susanne Kitschun MdA und Sven Heinemann MdA sowie mit Sybille Uken vom Fachausschuss Mobilität der Berliner SPD haben heute Abschied von der ICE-Linie 10 am Ostbahnhof genommen.

Mit Sybille Uken, Sven Heinemann und Susanne Kitschun

Mit Sybille Uken, Sven Heinemann und Susanne Kitschun

Nach mehr als 17 Jahren wird der Berliner Ostbahnhof ab diesem Wochenende zum Fahrplanwechsel 2015/2016 von der wichtigen ICE-Linie 10 abgeschnitten (Schnellfahrstrecke Berlin-Hannover seit 27. September 1998 in Betrieb). Ab sofort verkehren die Züge ab Berlin-Gesundbrunnen über Berlin Hauptbahnhof. Das ist vor allem auch ein Schlag für alle Pendler nach Wolfsburg.

Und wir befürchten, dass dies erst der Anfang ist und der Ostbahnhof wie der Bahnhof Zoologischer Garten in den kommenden Jahren ganz vom Fernverkehr durch Streichung der noch verbliebenen ICE-Linie 12 (Berlin Ostbahnhof-Frankfurt/Main-Schweiz) abgekoppelt werden soll.

Wir fordern die Deutsche Bahn auf, ihre Entscheidung zur ICE-Linie 10 zum nächsten Fahrplanwechsel wieder zurücknehmen und zum Pilzkonzept zurückzukehren: Der Ostbahnhof als der wichtige Fernbahnhof für die östlichen Bezirke muss als ICE- und Regionalbahnhaltepunkt erhalten bleiben. Nur so kann das Konzept einer Stadt der kurzen Wege konsequent umgesetzt werden.

Die Deutsche Bahn muss alle technischen und betrieblichen Möglichkeiten auf der Stadtbahn auszuschöpfen, um künftig Trassenkonflikte zu vermeiden. Die Behauptung der Deutschen Bahn im Rahmen der Diskussion um den Ostbahnhof, dass heute mehr Züge auf der Stadtbahn verkehren als früher, ist nachweislich falsch. Vor Eröffnung des Hauptbahnhofs 2006 fuhren rund 100 Züge mehr über die Stadtbahn als heute und gleichzeitig hielten alle Fernzüge an den Bahnhöfen Ostbahnhof und Zoologischer Garten. Dies hat der Berliner Senat inzwischen bestätigt und die Bahn hat dies inzwischen auch zugeben.

Die Deutsche Bahn hat mit Ihrer jüngsten Entscheidung abermals den politischen Willen Berlins massiv missachtet: Das Berliner Abgeordnetenhaus hat sich in diesem Jahr mit Zustimmung aller Fraktionen einmütig dafür ausgesprochen, dass zum Fahrplanwechsel keine Fern- und Regionalbahnlinien auf der Berliner Stadtbahn gestrichen oder verlegt werden, und dass wieder Fernverkehrszüge zusätzlich am Bahnhof Zoologischer Garten halten sollen, nachdem die Bahn diesen Bahnhof bereits 2006 vom Fernverkehr abgekoppelt hat. Die Deutsche Bahn missachtet seitdem das mit dem Bund und Berlin zusammen abgestimmte Pilzkonzept.

Nicht nur wegen unserer zahlreichen negativen Erfahrungen in Berlin ist unsere Geduld mit Bahnchef Rüdiger Grube am Ende: Während seiner Amtszeit hat er es nicht vermocht, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Zudem ist die Deutsche Bahn unter seiner Führung so in Schieflage geraten, dass jetzt sogar Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.

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