Gewalterfahrungen im Spitzensport sind kein Randphänomen. Gerade in den vergangenen Monaten wurde der deutsche Sport von mehreren Skandalen erschüttert. Umso wichtiger ist die öffentliche Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Formen der Gewalt gegen Sportlerinnen und Sportler.

Wir müssen die betroffenen Sportlerinnen und Sportler noch stärker in den Blick nehmen. Denn wir wollen, dass sie sicher und unbefangen ihrem Sport nachgehen können. Dies kann nur dann gelingen, wenn sie sich auf sportliche Leistungen konzentrieren können. Der Schutz der Sportlerinnen und Sportler muss wirklich gewährleistet sein. Entsprechend muss überlegt werden, wie Interventions- und Sanktionsmöglichkeiten eingeführt werden können.

In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass wir dem Behindertensport noch größere Aufmerksamkeit schenken. Denn gerade hier gibt es Athletinnen und Athleten, die bereits auf anderen Feldern Diskriminierungen erfahren mussten. Dies darf sich im sportlichen Umfeld keinesfalls wiederholen.

Wir Sportpolitikerinnen und Sportpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion unterstützen den Vorschlag der unabhängigen Athletenvertretung nach einem Zentrum »Safe Sport«. Eine solche unabhängige Stelle kann abseits von Abhängigkeitsverhältnissen Schutz und Unterstützung bieten. Darüber hinaus können so auch die Verbände entlastet werden.

Die Vorfälle der vergangenen Monate haben mich sehr schockiert. Daher müssen wir bei deren Aufklärung auch die möglichen Interessenskonflikte in den Blick nehmen. Die Einführung von durchdachten Schutz- und Präventionskonzepten ist unabdingbar. Dafür ist ein unabhängiges Zentrum, dass frei von den informellen Beziehungsstrukturen des Sports agieren kann, dringend notwendig.

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