Vielfalt wird zunehmend auch in deutschen Klassenzimmern zum Alltag: Laut der Schulbuchstudie „Migration und Integration“ hat bereits jedes dritte Kind unter 15 Jahren einen „Migrationshintergrund“. Das Ergebnis einer Lernmittelstudie fällt jedoch ernüchternd aus.

Vielfalt in SchulenIm Zuge der Schulbuchstudie wurden rund 65 Schulbücher aus fünf Bundesländern untersucht. Anhand von Lernmaterial für 9. Und 10. Klassen in den Fächern Sozialkunde/Politik, Geschichte und Geografie wurde untersucht, wie die Themen Migration und Integration in Schulbüchern dargestellt werden und ob sie zur Akzeptanz von Vielfalt beitragen.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Lernmittel in den Schulen die Realität in den Klassenzimmern nicht ausreichend abbilden. Das Thema Migration kommt in deutschen Schulbüchern meist nur einseitig vor und Integration wird vornehmlich als Problem dargestellt. Zwar werde Deutschland in allen Schulbüchern als Einwanderungsland beschrieben, doch dabei wird weiterhin von einer homogenen Gesellschaft ausgegangen, in die Menschen einwandern. Die Darstellung von Vielfalt erscheine nicht als Normal- sondern als Sonderfall. Begriffe wie „Migrant“, „Migrationshintergrund“, „Fremder“ oder „Ausländer“, die ganz unterschiedliche Bedeutungen haben und teilweise ausgrenzend sind, würden oft synonym und unkommentiert benutzt.

Bereits frühere Studien haben eine problemorientierte Darstellung von Migration und Integration, die Ausgrenzung bestimmter Gruppen und die Konstruktion eines homogenen „Wir“ in Schulbüchern aufgezeigt.

Damit Schule Vielfalt als Normalität und Potenzial für alle wahrnimmt und bewusst gegen Rassismus und Diskriminierung eintritt muss das vorhandene Lehr- und Lernmaterial eingehend darauf geprüft werden, ob diese die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler ausreichend berücksichtigen. Auch in Aus- und Fortbildungen von Lehrerinnen und Lehrern muss das Thema in Zukunft fest verankert werden.

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