In Berlin werden Häuser verkauft, bei denen dies explizit ausgeschlossen sein sollte. Der Fall der Wrangelstraße 83 ist so ein Fall. Willi Kolberg, der ehemalige Eigentümer des Wohnhauses, hat in seinem letzten Willen explizit eine soziale Bewirtschaftung des Hauses gewünscht und sich gegen einen Weiterverkauf des Hauses gestemmt. Leider mussten die Mieter*innen feststellen, dass dies nach dem Tod von Willi Kolberg nicht geschieht.

Stattdessen müssen Mieter*innen, denen im letzten Willen ein lebenslanges Wohnrecht zugestanden wurde, um ihre Wohnungen fürchten. Der Umgang mit dem Lebenswerk und Vermächtnis von Willi Kolberg ist erschütternd. Wohnhäuser wie in der Wrangelstraße 83 müssen gemeinwohlorientiert bewirtschaftet werden. Im konkreten Fall sollte daher jetzt das Vorkaufsrecht ausgeübt werden, damit das Wohnhaus bei einem Wohnungsträger landet, der sich an soziale Kriterien orientiert.

Mit jedem Haus müssen wir den gemeinwohlorientierten Wohnungssektor unterstützen. Gleichzeitig brauchen wir bessere Bedingungen für gemeinwohlorientierte Wohnungseigentümer*innen. Dazu gehören unter anderem die Wiedereinführung der Wohngemeinnützigkeit sowie mehr Unterstützung für Wohnungseigentümer*innen, die eine soziale Bewirtschaftung langfristig sicherstellen wollen. Bezahlbaren Wohnraum zu schützen, ist eine generationsübergreifende Aufgabe.

Um auf die Häuser von Willi Kolberg aufmerksam zu machen, gab es am 07. Juli 2020 eine große Kundgebung vor der Wrangelstraße 83. Hintergründe zum Fall Willi Kolberg hat die Initiative BizimKiez hier veröffentlicht.

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