Weshalb verliert der Bund in einer Zeit, in der die Mietpreise in die Höhe schießen immer mehr Sozialwohnungen? Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Pestel.

Die Wohnungsnot ist zu einer gesellschaftlichen Zerreißprobe geworden und die sinkende Zahl an Sozialwohnungen hat daran ihren Anteil. Nach der Privatisierungswelle in den 1990er und 2000er Jahren wurden viel zu wenig Mittel in den Bau und die Modernisierung neuer Sozialwohnungen investiert. Gleichzeitig wurden Gesellschaften wie die Deutsche Wohnen oder Vonovia immer größer und bestimmten fortan die Mietpreise einer großen Anzahl an Wohnungen.

Die Antworten der Politik lauten Mietpreisbremse und Mietendeckel, wobei es sich hierbei lediglich um erste Maßnahmen handelt, um der außer Kontrolle geratenen Mietpreisentwicklung Einhalt zu gebieten. Um der Wohnungsnot in Großstädten langfristig entgegenwirken zu können, muss der Bund auch wieder mehr Geld in sozialen Wohnungsbau investieren.

Nach der neuen Analyse des Forschungsinstituts Pestel muss der Bestand an Sozialwohnungen bis zum Jahr 2030 auf mindestens zwei Millionen aufgestockt werden. Nach Schätzungen des Forschungsinstituts fallen jedes Jahr 74.000 Wohnungen aus der Sozialbindung. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, müssten laut Institut jährlich 155.000 neue Sozialwohnungen entstehen, 80.000 durch Neubau und 75.000 durch Modernisierungsförderung und den Ankauf von Belegrechten. Der Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten schätzt die Kosten für Bund und Länder dabei auf rund 6,3 Milliarden Euro, um das Ziel von zwei Millionen Sozialwohnungen zu erreichen.

Der Neubau von Sozialwohnungen muss ein elementarer Bestandteil auf der Suche nach einer Lösung des Wohnungsmangels in deutschen Großstädten sein, denn alleine in Berlin haben 55 Prozent der Bewohner*innen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Jeder Mensch hat das Recht, ein Dach über dem Kopf zu haben, es handelt sich dabei um ein Grundbedürfnis und es ist Aufgabe der Politik den Menschen dieses Grundbedürfnis zu erfüllen. Eine Investitionswelle in den sozialen Wohnungsbau wäre dabei ein wichtiger und nötiger Schritt.

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