Was in den letzten Tagen in Chemnitz passiert ist, macht mich fassungslos. Der Tod eines jungen Mannes wurde von Rechtsradikalen und Nazis dazu missbraucht, Hass und Gewalt auf Chemnitz Straßen zu tragen. Menschen wurden durch die Straßen gejagt, der Hitlergruß wurde offen gezeigt, rechte Parolen ausgerufen und die Polizei schaute hilflos zu.

Eines will ich klar sagen, wer neben Leuten steht, die den Hitlergruß zeigen und hinter Plakaten mit menschenverachtenden Parolen steht, der ist kein „besorgter Bürger“. Mit besorgten Bürgern komme ich fast täglich ins Gespräch. Sie machen sich Sorgen um ihre Rente, ihre Miete und auch darum wie wir die Geflüchteten integrieren. Diese Leute möchten nämlich in einer friedlichen Gesellschaft leben.

Viele Menschen sind auch auf die Straße gegangen, um dem rechten Mob die Stirn zu bieten und für eine offene und solidarische Gesellschaft einzustehen. Die Polizei konnte diese Menschen nicht ausreichend schützen, weil schlichtweg zu wenige Beamte im Einsatz waren. Da frage ich mich, wie das passieren kann. Es hat sich mal wieder gezeigt, dass unsere Sicherheitsbehörden auf dem rechten Auge blind sind. Auch der Bundesinnenminister hat es nicht für nötig befunden, vor Ort zu sein und klar Stellung zu beziehen.

Umso wichtiger ist es, dass wir alle jetzt klar und laut Stellung beziehen – für Solidarität, unseren Rechtsstaat und Vielfalt!

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